Mercedes-Benz C-Klasse EQ und der BMW Neue Klasse: Die Reichweiten-Evolution 2026

Mercedes‑Benz C 400 4MATIC elektrisch 2026
Quelle: Mercedes-Benz AG
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Die Automobilindustrie befindet sich im Jahr 2026 an einem Wendepunkt, an dem die Elektromobilität ihre technologische Reife erreicht hat. Besonders im prestigeträchtigen Mittelklasse-Segment, das historisch durch die C-Klasse von Mercedes-Benz und die 3er-Reihe von BMW definiert wurde, markieren die neuesten Entwicklungen den Übergang von der bloßen Elektrifizierung bestehender Konzepte hin zu dedizierten Hochleistungssystemen. Mit dem Marktstart der ersten elektrischen C-Klasse (intern W520 genannt) und der Ankündigung der „Neuen Klasse“ von BMW verschieben sich die Grenzen dessen, was in Bezug auf Reichweite, Effizienz und Alltagstauglichkeit als Standard gilt. Während die ersten Elektroautos dieser Klasse noch mit Kompromissen behaftet waren, demonstrieren die aktuellen Modelle, dass Reichweiten zwischen 700 und 900 Kilometern nicht mehr nur theoretische Werte sind, sondern durch eine Kombination aus modernster Zellchemie, bahnbrechender Aerodynamik und komplexer Getriebetechnik realisiert werden.

Die Mercedes-Benz W520-Plattform: Strategie und Markteinführung

Mercedes-Benz hat die elektrische C-Klasse auf der dedizierten MB.EA-M (Mercedes-Benz Electric Architecture – Medium) Plattform entwickelt, die gezielt auf die Anforderungen der Mittelklasse zugeschnitten ist. Der Verkaufsstart erfolgt im Mai 2026 mit dem Topmodell C 400 4MATIC, das mit einer Systemleistung von 489 PS (360 kW) und einem maximalen Drehmoment von 800 Nm positioniert wird. Trotz der beeindruckenden Leistungsdaten liegt der strategische Fokus von Mercedes-Benz deutlich auf der Maximierung der Langstreckentauglichkeit. Das Einführungsmodell erreicht eine WLTP-Reichweite von bis zu 762 Kilometern, was einen signifikanten Sprung gegenüber den bisherigen Modellen der EQ-Reihe darstellt.

Die aktuelle Marktsituation ist dadurch gekennzeichnet, dass Mercedes-Benz zunächst eine leistungsstarke Allradvariante zu einem relativ hohen Einstiegspreis von rund 70.000 Euro anbietet. Diese Preispolitik reflektiert die hohen Entwicklungskosten der 800-Volt-Technologie und des neuen Antriebsstrangs. In der Branche wird jedoch erwartet, dass Mercedes-Benz in den kommenden Monaten das Portfolio um reine Heckantriebsvarianten erweitern wird, die nicht nur preislich attraktiver sein dürften, sondern durch den Entfall des vorderen Elektromotors und das geringere Gesamtgewicht die 800-Kilometer-Marke beim WLTP-Wert überschreiten werden.

Modellvarianten und technische Spezifikationen der W520-Baureihe

Die geplante Modellhierarchie für das Jahr 2026 und 2027 sieht verschiedene Batterie- und Antriebskonfigurationen vor, um sowohl Effizienz-Enthusiasten als auch performanceorientierte Kunden anzusprechen. Besonders das Modell C 300+ EQ wird als neuer Reichweitenkönig in der Mittelklasse erwartet.

ModellvarianteBatterie (netto)AntriebReichweite (WLTP)Leistung (PS)Preis (ca.)
C 200 EQ~64 kWh (LFP)RWDca. 500 km56.000 €
C 250 EQ85 kWhRWDca. 720 km63.000 €
C 300+ EQ94 kWhRWD> 800 km367 PS65.500 €
C 300 4MATIC85 kWhAWDca. 690 km65.500 €
C 400 4MATIC94 kWhAWD762 km489 PS69.000 €

Der Vergleich zwischen der Allradvariante C 400 4MATIC und der heckgetriebenen Version C 300+ EQ verdeutlicht den Einfluss des Antriebskonzepts auf die Effizienz. Während der Allradantrieb zusätzliche Traktion und Dynamik bietet, schluckt er in der Regel etwa 40 bis 70 Kilometer der maximalen Reichweite. Der C 300+ EQ nutzt hingegen die große 94-kWh-Batterie in Kombination mit nur einem Motor an der Hinterachse, was ihn zum prädestinierten Fahrzeug für Vielfahrer macht, die maximale Distanzen ohne Ladestopp zurücklegen wollen.

Der technologische Durchbruch: Effizienz jenseits der Batteriegröße

In der öffentlichen Debatte wurde lange Zeit die Meinung vertreten, dass hohe Reichweiten lediglich durch immer größere Batterien erkauft werden. Die Analyse der W520-Baureihe widerlegt diese These eindrucksvoll. Ein entscheidender Vergleichspunkt ist der ältere Mercedes-Benz EQE. Dieser verfügt über eine Batterie mit 96 kWh nutzbarem Energieinhalt und erreicht eine maximale Reichweite von 691 Kilometern. Die neue C-Klasse (C 300+) hingegen nutzt eine mit 94 kWh geringfügig kleinere Batterie, erzielt aber über 100 Kilometer mehr Reichweite als der EQE.

Dieser Effizienzsprung ist das Resultat einer ganzheitlichen Optimierung des elektrischen Triebstrangs. Mercedes-Benz hat hierbei mehrere innovative Faktoren kombiniert: die Implementierung eines Zwei-Gang-Getriebes, den Einsatz von Siliziumkarbid (SiC)-Invertern und eine radikale Reduzierung des Luftwiderstands.

Das Zwei-Gang-Getriebe: Ein Paradigmenwechsel für die Autobahn

Eine der herausragendsten technischen Neuerungen der W520-Baureihe ist das im Heck verbaute Zwei-Gang-Getriebe. Während die meisten Elektrofahrzeuge auf ein Ein-Gang-Reduktionsgetriebe setzen, ermöglicht die Zwei-Gang-Lösung eine Optimierung des Wirkungsgrades über ein breiteres Geschwindigkeitsband.

Die Mechanik funktioniert über zwei unterschiedliche Übersetzungsverhältnisse. Der erste Gang ist mit einem Verhältnis von 11:1 für maximale Beschleunigung aus dem Stand und hohe Anhängelasten (bis zu 1,8 Tonnen) ausgelegt. Der zweite Gang verfügt über eine längere Übersetzung von 5:1. Bei höheren Geschwindigkeiten, typischerweise ab ca. 110 bis 120 km/h, schaltet das System automatisch in den zweiten Gang. Dadurch sinkt die Drehzahl der E-Maschine, was die Eisenverluste und den Stromverbrauch bei konstant hohem Autobahntempo signifikant reduziert. Mercedes-Benz gibt den maximalen Wirkungsgrad von der Batterie bis zum Rad mit beeindruckenden 93 % an.

Leistungsfluss und Verlustminimierung

Zusätzlich zum Getriebe kommen hocheffiziente Permanentmagnet-Synchronmotoren (PSM) zum Einsatz. Bei den 4MATIC-Modellen wird eine sogenannte Disconnect Unit (DCU) an der Vorderachse implementiert. Diese Einheit entkoppelt den vorderen Motor mechanisch, wenn dessen Leistung nicht benötigt wird. Im Gegensatz zu Systemen, die den Motor nur stromlos schalten, eliminiert die DCU die sogenannten Schleppverluste fast vollständig, da keine internen Komponenten des vorderen Antriebsstrangs mitgedreht werden müssen. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Allradmodelle der neuen Generation deutlich näher an die Verbrauchswerte der Hecktriebler herankommen als frühere Generationen.

ParameterWert / Technologie
Getriebeart (Heck)Zwei-Gang-Getriebe (Übersetzung 11:1 und 5:1)
Inverter-TechnologieSiliziumkarbid (SiC)
Wirkungsgrad (Batterie zu Rad)93 %
Rekuperationsleistungbis zu 300 kW
Bordnetzspannung800 Volt

BMW Neue Klasse: Die Herausforderung durch den i3

Während Mercedes-Benz mit der W520-Baureihe Maßstäbe setzt, bereitet BMW mit der „Neuen Klasse“ einen massiven Gegenangriff vor. Der für Herbst 2026 geplante BMW i3 verspricht Reichweiten von bis zu 900 Kilometern nach WLTP. Dieser Wert übertrifft die elektrische C-Klasse um rund 100 bis 150 Kilometer, was jedoch zum Teil auf eine andere Batterie-Strategie zurückzuführen ist.

BMW setzt bei der Neuen Klasse auf die sechste Generation der eDrive-Technologie und führt erstmals zylindrische Rundzellen anstelle der bisherigen prismatischen Zellen ein. Diese Rundzellen ermöglichen eine um 20 % höhere Energiedichte und ein verbessertes thermisches Verhalten. Der Akku des i3 50 xDrive wird mit einer Kapazität von etwa 108,7 kWh (netto) angegeben, was deutlich über den 94 kWh des Mercedes-Benz Pendants liegt.

BMW i3: Technische Daten und Ladegeschwindigkeit

ModellmerkmalBMW i3 50 xDrive (2026)
Batteriekapazität (netto)108,7 kWh
Reichweite (WLTP)bis zu 900 km (Herstellerangabe)
Max. Ladeleistung (DC)400 kW
Ladezeit (10-80 %)21 Minuten
Systemleistung469 PS (345 kW)
Beschleunigung (0-100 km/h)ca. 4,1 s

Die Überlegenheit von BMW bei der absoluten Reichweite wird somit primär durch das „Mitführen von mehr Energie“ in Form einer größeren Batterie erkauft, während Mercedes-Benz eine Strategie der extremen Effizienz und Gewichtsoptimierung verfolgt. Dennoch markiert die Ladeleistung von 400 kW beim BMW i3 einen neuen industriellen Bestwert, der es ermöglicht, in nur zehn Minuten Strom für bis zu 400 Kilometer Reichweite nachzuladen.

Aerodynamik als Schlüsselkomponente der Reichweite

Sowohl Mercedes-Benz als auch BMW haben erkannt, dass ab einer Geschwindigkeit von etwa 80 km/h der Luftwiderstand zum dominierenden Faktor für den Energieverbrauch wird. Der Zusammenhang ist physikalisch durch die quadratische Zunahme des Widerstands mit der Geschwindigkeit definiert:

Fw = 1/2 x cw x A x p x v²

Dabei ist cw der Widerstandsbeiwert und A die Stirnfläche. Die elektrische C-Klasse (W520) erreicht einen richtungsweisenden cw-Wert von 0,22 bei einer Stirnfläche von 2,41 m². Zum Vergleich: Eine Reduzierung des cw-Werts um lediglich 0,01 steigert die Autobahnreichweite um etwa 2,5 %.

Im Vergleich zu SUVs wie dem GLC EQ, der einen cw-Wert von 0,26 aufweist, bietet die flachere Limousinenform der C-Klasse einen strukturellen Vorteil. Der Luftwiderstand der W520-Limousine liegt rund 22 % unter dem des GLC EQ, was die erheblichen Unterschiede in der Reichweite trotz identischer Batterie- und Antriebstechnik erklärt.

Simulation der Autobahnreichweite bei 130 km/h

Ein kritischer Punkt für viele Nutzer ist die reale Reichweite bei Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn. Die physikalischen Berechnungen für den Mercedes C 300+ EQ zeigen folgendes Bild bei einer konstanten Fahrt:

GeschwindigkeitReichweite (Simuliert)
100 km/h759 km
130 km/h542 km
150 km/hca. 280 km (bei 77 kWh Basis)

Diese Daten verdeutlichen, dass selbst bei 130 km/h noch eine reale Reichweite von über 500 Kilometern verbleibt. Dies ist ein Wert, der vor wenigen Jahren noch undenkbar war und den Vergleich mit modernen Diesel-Fahrzeugen nicht mehr scheuen muss. Ein älterer Hyundai Ioniq 5 mit 84-kWh-Akku erreicht unter diesen Bedingungen oft nur Werte um die 350 bis 400 Kilometer, was den enormen Fortschritt in der Effizienz innerhalb einer halben Fahrzeuggeneration unterstreicht.

Die Relevanz hoher Reichweiten für urbane Nutzer ohne Lademöglichkeit

Ein oft übersehener Aspekt der Hochvolt-Reichweiten-Evolution ist deren Bedeutung für Stadtbewohner, die keine private Wallbox besitzen (sogenannte „Laternenparker“). Wer nicht zu Hause laden kann, ist darauf angewiesen, öffentliche Infrastruktur zu nutzen. Hohe Reichweiten von 700 bis 900 Kilometern verändern das Nutzungsverhalten in diesem Szenario grundlegend.

Ladefrequenz im Alltag

Bei einer durchschnittlichen täglichen Fahrleistung in Deutschland von etwa 34 bis 43 Kilometern ergibt sich bei einem voll aufgeladenen Fahrzeug mit 800 Kilometern Reichweite ein Ladeintervall von etwa 18 bis 20 Tagen. Damit sinkt die Notwendigkeit, das Fahrzeug ständig „an die Steckdose“ hängen zu müssen. Das Elektroauto verhält sich in diesem Fall ähnlich wie ein Verbrenner, der einmal alle zwei bis drei Wochen betankt werden muss.

Dieses Polster ist zudem im Winter entscheidend. Da Lithium-Ionen-Batterien bei Kälte an Kapazität verlieren und die Innenraumheizung Energie verbraucht, sinkt die Reichweite bei Temperaturen um den Gefrierpunkt um etwa 20 bis 35 %. Ein Fahrzeug, das im Sommer 800 Kilometer schafft, verfügt im tiefsten Winter immer noch über 500 bis 600 Kilometer. Für einen Stadtbewohner bedeutet das, dass er auch im Winter nur alle zehn bis zwölf Tage eine Schnellladesäule aufsuchen muss.

Das Ladenetz im Jahr 2026

Die Infrastruktur hat mit dem Fahrzeugfortschritt Schritt gehalten. In Deutschland stehen mittlerweile über 180.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung. Besonders wichtig sind hierbei die High-Power-Charger (HPC) mit Leistungen von über 300 kW. Dank der 800-Volt-Architektur der neuen C-Klasse kann die Batterie in nur 22 Minuten von 10 % auf 80 % geladen werden. Für den urbanen Nutzer bedeutet das: Ein einziger Besuch an einem Schnelllader während des wöchentlichen Einkaufs reicht aus, um das Fahrzeug für die nächsten zwei Wochen betriebsbereit zu halten.

Ladetechnologie und Standards: 800 Volt als neuer Maßstab

Das Jahr 2026 markiert den endgültigen Durchbruch der 800-Volt-Technologie in der Mittelklasse. Bisher war dieses System Oberklasse-Modellen wie dem Porsche Taycan oder dem Mercedes EQS vorbehalten. Die Vorteile der höheren Spannung sind vielfältig und betreffen nicht nur die Ladezeit, sondern auch die Effizienz des gesamten Fahrzeugs.

Thermisches Management und Ladekurve

Durch die Verdoppelung der Spannung von 400 auf 800 Volt kann bei gleicher Stromstärke die doppelte Leistung übertragen werden. Dies reduziert die Wärmeentwicklung in den Kabeln und in der Batterie während des Ladevorgangs ($P = I^2 \cdot R$). Mercedes-Benz nutzt diese Technologie, um im W520 Ladeleistungen von bis zu 330 kW zu ermöglichen.

In Verbindung mit einem intelligenten Batteriemanagementsystem (BMS) wird der Akku vor dem Eintreffen an einer im Navigationssystem geplanten Ladesäule vorkonditioniert. Dies stellt sicher, dass die Batterie die optimale Temperatur für die maximale Ladeaufnahme hat. Die elektrische C-Klasse kann dadurch innerhalb von nur zehn Minuten Reichweite für 325 Kilometer nachladen.

Bidirektionales Laden und V2G

Ein weiterer wichtiger Trend im Jahr 2026 ist das bidirektionale Laden, das sowohl Mercedes-Benz als auch BMW in ihren neuen Modellen serienmäßig integrieren. Fahrzeuge der Neuen Klasse und die W520-Baureihe unterstützen:

  • V2H (Vehicle-to-Home): Das Auto dient als Speicher für die heimische Photovoltaikanlage.
  • V2G (Vehicle-to-Grid): Das Auto speist bei Bedarf Energie zurück ins öffentliche Stromnetz, um Spitzenlasten auszugleichen.

Dank regulatorischer Änderungen zum 1. Januar 2026 ist die doppelte Belastung durch Netzentgelte in Deutschland entfallen, was das Rückspeisen von Strom für Endkunden erstmals wirtschaftlich attraktiv macht. Ein Fahrzeug mit 94-kWh-Akku kann somit nicht nur als Fortbewegungsmittel dienen, sondern als aktiver Teil der persönlichen oder öffentlichen Energiestrategie fungieren.

Wettbewerbsvergleich: Der Kontext der „Reichweiten-Champions“

Der Markt für Elektroautos mit großer Reichweite hat sich bis 2026 stark diversifiziert. Während deutsche Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW und Audi das Premiumsegment dominieren, setzen US-amerikanische und chinesische Hersteller die technologische Benchmark teilweise noch höher.

ModellReichweite (WLTP)Batterie (netto)Besonderheit
Lucid Air Grand Touring960 km~118 kWh900V, Effizienz-Weltrekord
BMW i3 (Neue Klasse)900 km108,7 kWh400 kW Laden, Rundzellen
Mercedes EQS 450+822 km~118 kWhLuxus-Segment Benchmark
Volvo EX60810 km112 kWhRekordwert für SUVs
Mercedes C 300+ EQ800 km94 kWhMittelklasse, 2-Gang-Getriebe
Audi A6 e-tron776 km100 kWhPPE-Plattform, Aerodynamik
Tesla Model 3 LR678 km~80 kWhPreis-Leistungs-Führer
Hyundai Ioniq 6680 km84 kWh800V-Pionier (Facelift)

In diesem Umfeld positioniert sich die elektrische C-Klasse als eines der effizientesten Fahrzeuge. Mit einer Batterie von unter 100 kWh die 800-Kilometer-Marke zu knacken, gelingt außer Mercedes-Benz kaum einem Hersteller. Dies unterstreicht die Überlegenheit der deutschen Ingenieurskunst bei der Systemintegration und mechanischen Optimierung.

Der Vergleich zum Hyundai Ioniq 5

Der im Jahr 2024/2025 aktualisierte Hyundai Ioniq 5 mit 84-kWh-Batterie erreicht eine WLTP-Reichweite von etwa 570 Kilometern. Obwohl der Hyundai über die bewährte 800-Volt-Technik der E-GMP-Plattform verfügt und sehr schnell lädt, zeigt der Vergleich zur neuen C-Klasse (W520) die Grenzen der SUV-Bauform auf. Der Mercedes bietet bei einer nur etwa 12 % größeren Batterie rund 40 % mehr Reichweite. Dies verdeutlicht, dass Käufer, die auf maximale Reichweite angewiesen sind, im Jahr 2026 verstärkt zu den aerodynamisch überlegenen Limousinen greifen werden.

Wirtschaftliche Aspekte: Preisgestaltung und Unterhalt

Der technologische Sprung der W520-Baureihe hat seinen Preis. Mit einem Startpreis von rund 70.000 Euro für den C 400 4MATIC ist das Fahrzeug im Vergleich zur herkömmlichen C-Klasse deutlich teurer positioniert. BMW wird den i3 vermutlich in einem ähnlichen Preisrahmen zwischen 65.000 und 75.000 Euro ansiedeln.

Steuerliche Anreize für Dienstwagen

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg dieser Modelle auf dem deutschen Markt ist die Dienstwagenbesteuerung. Zum 1. Juli 2025 wurde die Bruttolistenpreisgrenze für die 0,25 %-Regelung von 70.000 Euro auf 100.000 Euro angehoben. Dies ist für die elektrische C-Klasse und den BMW i3 von elementarer Bedeutung, da viele Konfigurationen inklusive Sonderausstattung über der alten 70.000-Euro-Grenze lagen. Mit der neuen Grenze profitieren nun auch Käufer der reichweitenstarken Topmodelle von der minimalen Versteuerung des geldwerten Vorteils.

Betriebskosten im Vergleich zum Verbrenner

Über einen Zeitraum von fünf Jahren gerechnet, erweisen sich Elektroautos wie die W520-Baureihe zunehmend als wirtschaftlicher gegenüber vergleichbaren Verbrennern.

  1. Wartung: Da Elektromotoren keine Ölwechsel, Zündkerzen oder komplexen Abgasnachbehandlungssysteme benötigen, liegen die Wartungskosten etwa 20 % bis 35 % niedriger.
  2. Energiekosten: Trotz gestiegener Strompreise bleibt das Laden zu Hause mit etwa 23 bis 27 Cent pro kWh deutlich günstiger als fossile Kraftstoffe. Wer primär öffentlich lädt, zahlt zwar höhere Tarife (0,49 bis 0,79 Euro/kWh), profitiert aber von der extremen Effizienz der neuen Modelle, die im Stadtverkehr oft nur 12 bis 14 kWh auf 100 Kilometer verbrauchen.
  3. THG-Prämie: Auch im Jahr 2026 können Besitzer von Elektroautos ihre eingesparten CO2-Emissionen vermarkten. Die Prämie wird für das Jahr 2026 auf bis zu 450 Euro pro Fahrzeug geschätzt.

Nachhaltigkeit und Lebenszyklus: Die Rolle der Batterie

Ein oft kritisierter Punkt bei Elektroautos mit großen Batterien ist der ökologische Rucksack bei der Produktion. Mercedes-Benz hat für die W520-Baureihe eine umfassende Umweltbilanz erstellt.

Materialzusammensetzung und Recycling

Die im W520 eingesetzte Hochvoltbatterie nutzt eine Li-NMC-Chemie (Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt). Um die Umweltauswirkungen zu minimieren, wird ein wachsender Anteil an Sekundärmaterialien verwendet. Mercedes-Benz erreicht eine Verwertbarkeit des Gesamtfahrzeugs von 95 % gemäß ISO 22628. Die Batterie selbst kann am Ende ihres Lebenszyklus entweder in einer „Second Life“-Anwendung als stationärer Speicher dienen oder durch spezialisierte Recyclingverfahren zu über 90 % in ihre wertvollen Rohstoffe zerlegt werden.

CO2-Amortisation

Dank des Ausbaus erneuerbarer Energien im deutschen Strommix amortisiert sich der CO2-Mehraufwand bei der Produktion der 94-kWh-Batterie immer schneller. Studien zeigen, dass ein modernes Elektroauto bei Nutzung von Ökostrom bereits nach etwa 30.000 bis 50.000 Kilometern eine bessere Klimabilanz aufweist als ein vergleichbarer hocheffizienter Diesel. Bei einer Gesamtlaufleistung von 200.000 Kilometern verursacht der elektrische C-Class EQ rund 40 % bis 50 % weniger Treibhausgase als ein Benziner.

Fazit und Ausblick

Die Einführung der Mercedes-Benz W520-Baureihe und der BMW Neuen Klasse im Jahr 2026 stellt einen Meilenstein der Automobilgeschichte dar. Reichweiten von 750 bis 900 Kilometern in Serienfahrzeugen der Mittelklasse beenden die Ära der Reichweitenangst endgültig.

Der technologische Fokus hat sich verschoben: Es geht nicht mehr primär um die schiere Größe des Akkus, sondern um die systemische Effizienz. Innovationen wie das Zwei-Gang-Getriebe von Mercedes-Benz oder die Rundzellen-Technologie von BMW demonstrieren, dass deutsche Hersteller ihre technologische Führerschaft im Elektro-Zeitalter erfolgreich behaupten können. Besonders für Nutzer ohne eigene Lademöglichkeit im urbanen Raum bieten diese Fahrzeuge einen Komfortgewinn, der die Elektromobilität massentauglich macht.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Kombination aus 800-Volt-Architektur, extremer Aerodynamik und hocheffizienten Antriebskomponenten das Elektroauto im Jahr 2026 zur überlegenen Alternative in der Mittelklasse macht. Während Modelle wie der Hyundai Ioniq 5 oder der ältere Mercedes EQE den Weg bereitet haben, definieren die neue C-Klasse und der kommende i3 nun die Spitze dessen, was technologisch möglich und für den Kunden im Alltag sinnvoll ist. Die Zukunft der Mobilität ist nicht nur elektrisch, sondern dank dieser Sprunginnovationen auch uneingeschränkt langstreckentauglich.

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2 Kommentare

  1. Echt krass، was Mercedes und BMW da für 2026 raushauen. Wenn die Reichweite wirklich so steigt، gibt’s bald kaum noch Ausreden gegen E-Autos

  2. Sehr gut und umfassend erklärt! Vielen Dank! Nur eine kleine Korrektur: Es gibt bereits ganz aktuell über 200.000 öffentliche Ladestationen und jeden Tag kommen neue dazu.

    Funfakt am Rande: Die Anzahl der Tankstellen in Deutschland ist seit Jahrzehnten stark rückläufig. Während es 1970 noch rund 46.000 Tankstellen gab, hat sich diese Zahl bis heute auf ca. 14.000 reduziert und es werden immer weniger!

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