Google Pixel 11 Pro Fold vorgestellt: 2.000 Euro für ein Akku-Downgrade
Google bläst zur vierten Falt-Runde und schickt das Pixel 11 Pro Fold ins Rennen. Nach dem Desaster des Pixel 10 Pro Fold, das in Belastungstests kläglich versagte, gelobt der Hersteller Besserung. Die Lösung: Ein überarbeitetes zahnradloses Scharnier, eine Glasfaser-Rückseite und eine vollwertige IP68-Zertifizierung. Das wurde auch verdammt noch mal Zeit.
Doch wer glaubt, dass Google damit ein makelloses Flaggschiff abliefert, wird beim Blick auf das Datenblatt schnell auf den Boden der Tatsachen geholt. Der Preis klettert weiter nach oben, während an entscheidenden Stellen gestrichen wird.
Spargel-Diät mit verhängnisvollem Haken
Auf den ersten Blick macht das Gehäuse Boden gut. Mit 10,1 mm im geschlossenen Zustand und 239 Gramm ist das Foldable spürbar schlanker als der Vorgänger. Schaut man allerdings zur Konkurrenz wie dem Samsung Galaxy Z Fold 8 Ultra (4,1 mm aufgeklappt, 215 Gramm), bleibt das Pixel ein klobiges Schwergewicht.
Richtig weh tut jedoch der Blick auf die Stromversorgung: Google schrumpft die Batterie von 5.015 mAh auf 4.806 mAh. Ein Kapazitätsverlust bei einem stromhungrigen Falt-Display mit 3.600 Nits Peak-Helligkeit als Fortschritt zu verkaufen, ist dreist. Da tröstet auch das schnellere Laden mit 30 Watt Kabel und 25 Watt Qi2.2 kaum drüber hinweg.
Alte Linsen und leuchtende Spielereien
Auf der Rückseite verbaut Google zwar eine neue 48-MP-Hauptkamera mit größerem 1/1.56-Zoll-Sensor für 56 Prozent mehr Lichtausbeute. Bei den restlichen Kameras herrscht hingegen Stillstand: Das 10,5-MP-Ultraweitwinkel und die 10,8-MP-Telekamera mit 5-fach-Zoom verharren auf dem Stand des Vorjahres.
Neu ist das sogenannte „HiLight“-System, bei dem LEDs um den Blitz herum bei Gemini-Aktionen oder Anrufen aufleuchten. Ob man solche Leuchtspielereien im Alltag wirklich braucht, darf bezweifelt werden. Unter der Haube arbeiten immerhin der neue Tensor G6 und satte 16 GB RAM, was Multitasking mit den überarbeiteten App-Bubbles spürbar beschleunigt.
Freche Preiserhöhung zum Verkaufsstart
Der echte Schock folgt an der Kasse. Das Pixel 11 Pro Fold startet am 20. August 2026 ab 1.999 Euro für die 256-GB-Variante – das sind glatte 100 Euro mehr als beim ohnehin überteuerten Vorgänger. Wer das Topmodell mit 1 TB Speicher will, muss wahnwitzige 2.389 Euro hinblättern.
Auch aggressive Trade-In-Rabatte von bis zu 980 Euro im Google Store kaschieren nicht, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis hinkt. Wer fast zweitausend Euro für ein Falt-Smartphone verlangt, darf bei Akku und Zoom-Kamera keine Kompromisse eingehen.
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