Polestar: US-Fiasko treibt Elektroauto-Marke in den Absturz

Polestar 2 Performance-Pack
Quelle: Polestar AB
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Die Halbjahreszahlen für 2026 liegen auf dem Tisch, und bei Polestar brennt schlichtweg die Hütte. Zwar lieferte der Hersteller weltweit 30.423 Fahrzeuge aus – ein minimales Plus von 0,4 Prozent beziehungsweise 134 Autos –, doch wirtschaftlich ist das eine Vollkatastrophe. Der Gesamtumsatz sackte um vier Prozent auf 1,36 Milliarden US-Dollar ab.

Nachdem Polestar bereits im ersten Quartal mit Millionenverlusten zu kämpfen hatte, setzt sich die Talfahrt unvermindert fort. Zwar konnte die Geely-Tochter den operativen Verlust um 43 Prozent auf 629 Millionen US-Dollar drücken, aber unter dem Strich steht ein verheerender Nettoverlust von 842 Millionen US-Dollar. Das wurde aber auch Zeit, dass man bei den operativen Kosten ansetzt – nur nützt das wenig, wenn das US-Geschäft zeitgleich ungebremst vor die Wand fährt.

Keine Ausnahmegenehmigung: Das Debakel auf dem US-Markt

Der eigentliche Kracher spielt sich in den USA ab. Das amerikanische Handelsministerium verweigert Polestar die Ausnahmegenehmigung im Rahmen der Connected Vehicle Rule. Ab dem Modelljahr 2027 dürfen vernetzte Fahrzeuge mit chinesischer Technologie dort schlicht nicht mehr verkauft werden. Für Polestar ist das der maximale Dämpfer zur Unzeit.

Die daraus resultierenden Restrukturierungen verschlingen im ersten Halbjahr zusätzliche 211 Millionen US-Dollar. Als wäre das nicht schon bitter genug, reicht ein US-Händler aus New Jersey nun auch noch Klage ein und wirft Polestar vor, die Regulierungen als billige Ausrede für einen Markt-Rückzug zu nutzen. Ob man das wirklich braucht? Ein zusätzlicher Rechtsstreit macht die Angriffsfläche jedenfalls nicht kleiner.

Konzernschwester Volvo zeigt das Management-Versagen auf

Besonders peinlich wird es beim Blick auf die Konzernmutter Geely. Während der gesamte Elektroauto-Markt stark unter Druck steht, konnte die schwedische Schwestermarke Volvo eine Ausnahmegenehmigung der US-Behörden ergattern. Laut US-Senator Bernie Moreno erfüllte Volvo schlichtweg die strengen Auflagen – Polestar ging diesen Weg gar nicht erst.

Aus Konsumentensicht grenzt das an fahrlässiges Management-Versagen. Während sich der etablierte Polestar 2 dem Ende seines Lebenszyklus nähert und der Hoffnungsträger Polestar 4 als SUV erst im vierten Quartal 2026 durchstarten soll, fehlen schlicht die Stückzahlen für eine nachhaltige Erholung.

Aktienabsturz an der Nasdaq nach gesenkter Prognose

Das Management zieht die Notbremse und streicht die Verkaufsziele drastisch zusammen. Statt eines zweistelligen Absatzplus rechnet Polestar für das Gesamtjahr 2026 nur noch mit einem Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Die Börse reagierte gnadenlos auf den Offenbarungseid: An der Nasdaq brach die Polestar-Aktie um 30 Prozent ein und markierte ein historisches Allzeittief. Preislich leider völlig daneben und strategisch im Niemandsland – wenn Polestar das US-Problem nicht schleunigst in den Griff bekommt, wird der Überlebenskampf extrem hart.

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