Redmi Watch 6 Active: Der heimliche 50-Euro-Angriff

Da schaut man einmal nicht hin, und zack – Xiaomi hat schon wieder ein neues Wearable in unsere Regale geräumt. Ganz ohne großes PR-Tamtam oder fette Launch-Events ist die Redmi Watch 6 Active plötzlich in Europa gelandet. Normalerweise lässt uns der Hersteller nach dem China-Release ja gerne mal ein halbes Jahr am ausgestreckten Arm verhungern. Das ging dieses Mal erstaunlich fix, was fast schon ein bisschen unheimlich ist.
Erste Händler wie Alza listen die Smartwatch bereits in den Farben Matte Silver, Midnight Black und Sunset Orange. Auch bei unseren Nachbarn in Polen ist das gute Stück für umgerechnet knapp 50 Euro offiziell aufgeschlagen. Ob man noch eine weitere Budget-Uhr wirklich braucht, wenn der Markt ohnehin schon übersättigt ist? Schauen wir uns die Hardware mal genauer an.
AMOLED-Display zum Schleuderpreis
Für einen Fünfziger bekommt man hier erstaunlich viel geboten. Das absolute Highlight ist definitiv das 1,85 Zoll große AMOLED-Display. Während sich in dieser Preisklasse sonst oft noch blasse, verpixelte LCD-Panels tummeln, haut Xiaomi hier direkt 1.200 Nits Spitzenhelligkeit raus. Im echten Alltag heißt das: Man kann die Uhrzeit auch dann noch ablesen, wenn im Hochsommer die Mittagssonne direkt aufs Handgelenk knallt. Das wurde aber auch Zeit, dass solche Specs endlich im echten Budget-Segment ankommen.
Dazu packt Xiaomi einen ordentlichen 470-mAh-Akku unter die Haube. Der Hersteller verspricht bis zu 18 Tage Laufzeit. Selbst wenn wir die übliche Marketing-Übertreibung abziehen und am Ende bei soliden 10 bis 12 Tagen echten Alltagseinsatz landen, ist das ein Wert, von dem Apple-Watch-Nutzer nur feucht träumen können. Das Ganze wiegt ohne das mitgelieferte Armband lächerliche 26 Gramm und ist dank IP68-Zertifizierung wasser- und staubdicht.
Wo ist der Haken?
Irgendwo muss dieser aggressive Kampfreis natürlich herkommen. Die Uhr funkt zwar mit aktuellem Bluetooth 5.3 und versteht sich brav mit Android (ab 8.0) und iOS (ab 14.0), aber ein essenzielles Feature glänzt durch völlige Abwesenheit. Die in China groß beworbene „Quick Pay“-Funktion hat es leider nicht über die europäische Grenze geschafft.
Wer an der Supermarktkasse also lässig mit der Uhr zahlen will, schaut in die Röhre. Preislich ist das Wearable mit 50 Euro zwar echt eine Ansage, aber ohne Mobile Payment bleibt es am Ende des Tages eben ein reiner Fitness- und Benachrichtigungs-Tracker. Für absolute Einsteiger definitiv einen Blick wert – wer smarte Alltags-Features wie NFC intensiv nutzt, lässt das Teil liegen und greift besser direkt ein Regal höher.
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