iPhone Ultra: Apples Fold-Erstling soll richtig gut sein

Apple bringt sein erstes Falt-iPhone – und wenn die aktuellen Leaks stimmen, hat der Konzern diesmal tatsächlich hingehört, was bei der Konkurrenz jahrelang schiefgelaufen ist. Bloomberg-Journalist Mark Gurman, der seit Jahren die zuverlässigste Quelle für interne Apple-Infos ist, berichtet in seinem Power-On-Newsletter von ersten Testeindrücken zu einem Gerät, das intern und in Leaks als iPhone Ultra oder iPhone Fold kursiert. Offiziell bestätigt ist der Name nicht, das Gerät selbst laut mehreren übereinstimmenden Quellen aber sehr wohl in Vorbereitung.
Was wirklich Fakt ist – und was noch Gerücht
Bevor der Hype losgeht, kurz zur Einordnung: Bestätigt von Apple ist bislang nichts. Was wir haben, sind Gurmans Insider-Infos plus monatelange, sich gegenseitig bestätigende Leaks von Analysten wie Ming-Chi Kuo und Jeff Pu sowie Display-Marktforschern wie Ross Young (DSCC). Wenn sich unabhängige Quellen aus Lieferkette, Analystenhaus und Apple-Insidern aber so decken wie hier, ist die Trefferquote erfahrungsgemäß hoch. Trotzdem: Bis September 2026 kann sich noch einiges ändern.
Das Scharnier soll lösen, woran alle anderen scheitern
Die Kernaussage aus Gurmans Bericht: Testpersonen, die frühe Versionen in der Hand hatten, loben unabhängig voneinander zwei Dinge – die Größe im zusammengeklappten Zustand und die Stabilität des Scharniers. Kein Wackeln, kein Spiel, ein sauberer Klappmechanismus. Das ist keine Nebensächlichkeit, sondern der Knackpunkt, an dem sich Samsungs Z-Fold-Reihe und Googles Pixel Fold seit Jahren Kritik einfangen.
Kuo hatte bereits vor Monaten berichtet, dass Apple bei der Scharniertechnik auf eine neue Konstruktion mit reduzierter sichtbarer Displayfalz setzt, gefertigt unter anderem mit Zulieferern aus dem Amphenol- und Präzisionsmetall-Umfeld. Kombiniert mit einem Titan-Rahmen soll das Gerät trotz Falttechnik eine Wertigkeit erreichen, die man von Apple gewohnt ist, bei Foldables aber selten sieht.
Display, Maße, Software: Ein iPad im Hosentaschenformat
Aufgeklappt soll das Innendisplay rund 7,8 Zoll groß sein, außen kommt ein Cover-Display von etwa 5,4 bis 5,5 Zoll zum Einsatz – beide mit LTPO-Panel für variable Bildwiederholrate, geliefert Berichten zufolge von Samsung Display. Die Dicke soll aufgeklappt unter 5 Millimeter, zusammengeklappt unter 9 Millimeter liegen. Zum Vergleich: Samsungs aktuelles Galaxy Z Fold 8 kommt zusammengeklappt auf etwa 8,9 Millimeter – Apple würde also nicht meilenweit vorbeiziehen, aber konkurrenzfähig sein.
Softwareseitig wechselt das Gerät aufgeklappt laut den Testern in eine iPad-artige Oberfläche, die den Platz sinnvoller nutzt als eine simpel skalierte iPhone-Ansicht. Gelobt wurden Video-Wiedergabe, Gaming, Produktivität und die Nutzung als Kamerasucher – ein Bereich, in dem Foldables bislang oft schwächelten, weil das Vorschaubild auf dem Cover-Display meist mies aussah.
Der Kompromiss: Kein Face ID, keine Telelinse
Jetzt zum Haken. Für den Aufpreis bekommt man weniger Kamera, nicht mehr. Berichten zufolge verzichtet das iPhone Ultra komplett auf ein Teleobjektiv und setzt nur auf Hauptkamera plus Ultraweitwinkel. Wer gerne zoomt, schaut in die Röhre.
Noch überraschender: Face ID fällt weg. Ersetzt wird es durch einen Touch-ID-Sensor im Seitenbutton, wie man ihn vom iPad Air oder iPad Mini kennt. Für ein Gerät jenseits der 2.000-Dollar-Marke ist das eine bemerkenswerte Abwärtskompatibilität bei einer Kernfunktion, die Apple seit 2017 als Standard verkauft.
Preis: Das teuerste iPhone aller Zeiten
Kommen wir zur Zahl, die am meisten wehtut. Gurman und andere Quellen gehen von einem Einstiegspreis um 2.000 US-Dollar aus, bei höherer Speicherausstattung soll es Richtung 2.500 Dollar gehen. Damit würde das iPhone Ultra selbst das bisher teuerste Modell, das iPhone 16 Pro Max mit 1 TB Speicher, deutlich übertreffen. In Europa mit Mehrwertsteuer und dem üblichen Apple-Aufschlag dürfte das Gerät locker in Richtung 2.700 bis 3.000 Euro rutschen.
Zum Vergleich: Samsungs Galaxy Z Fold 7 startet bei rund 1.999 Euro in Deutschland. Apple würde preislich also nicht die Foldable-Kategorie sprengen, aber bei den Top-Konfigurationen klar drüberliegen – für ein Gerät, das bei der Kamera Abstriche macht.
Produktionsziel deutlich angehoben
Ein Detail, das für Selbstvertrauen bei Apple spricht: Laut Gurman wurde das Produktionsziel von ursprünglich 7 bis 8 Millionen auf rund 10 Millionen Einheiten angehoben. Für ein Erstgeräte-Projekt in einer komplett neuen Produktkategorie ist das eine ungewöhnlich hohe Hausnummer – Apple rechnet offenbar nicht mit einem Nischenprodukt, sondern mit ernsthafter Nachfrage.
Timing: Spät dran, aber mit Hausaufgaben gemacht
Apple kommt mit dem Falt-iPhone Jahre nach Samsung (seit 2019 am Markt), Huawei, Honor, Oppo und Google. Vorgestellt werden soll das Gerät laut aktuellem Stand nicht im kommenden, sondern im übernächsten September-Zyklus, zusammen mit iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max – also realistisch erst Herbst 2026. Bis dahin haben Wettbewerber weitere zwei Produktgenerationen Vorsprung bei Software-Reife und Preissenkungen.
Der Vorteil für Apple: Man konnte in Ruhe zusehen, an welchen Stellen Samsung, Google und Co. gescheitert sind – wackelige Scharniere, sichtbare Displayfalten, mittelmäßige Tablet-Software – und genau diese Punkte gezielt angehen, statt sie im eigenen Produkt zu wiederholen.
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