Skoda Epiq: Günstigere Versionen starten ab 27.900 Euro

Skoda dreht an der Preisschraube und erweitert das Angebot des elektrischen Einstiegs-SUVs schrittweise nach unten. Ab sofort lässt sich der Skoda Epiq 40 zu Preisen ab 27.900 Euro in Deutschland bestellen. Wer allerdings auf die seit Monaten beworbene absolute Einstiegsvariante für 25.900 Euro hofft, muss sich noch bis Oktober gedulden. Ich habe mir die Aufpreise, Ausstattungspakete und technischen Akku-Details genau angesehen – und wie so oft im Volkswagen-Konzern steckt die finanzielle Tücke in den Ausstattungs-Paketen.
LFP-Chemie und Lade-Realität beim Epiq 40
Das neue Modell Skoda Epiq 40 bildet vorübergehend das preisliche Fundament der Baureihe. Der tschechische Autobauer verbaut hier einen Elektromotor mit 99 kW (135 PS) Leistung und einem maximalen Drehmoment von 267 Nm an der Vorderachse. Bei der Höchstgeschwindigkeit zieht die Marke bei 160 km/h einen elektronischen Riegel vor, was für den Alltag im städtischen und überlandnahen Pendelverkehr völlig ausreicht. Als Energiespeicher dient ein Akku mit 38,5 kWh Bruttokapazität.
Bei der Zellchemie greift der Konzern beim kleinen Modell auf Lithium-Eisen-Phosphat (LFP) zurück. Dieser Schritt senkt die Produktionskosten spürbar und sorgt für eine hohe Zyklenfestigkeit im täglichen Betrieb. Die Kehrseite der Medaille ist das höhere Gewicht bei geringerer Energiedichte. Die Reichweite fällt mit maximal 310 Kilometer nach WLTP-Norm überschaubar aus. Für den Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent gibt der Hersteller an der Schnellladesäule einen Wert von 23 Minuten an. Schon bei unserer ersten Analyse zu den Preisen und der Lade-Realität des Skoda Epiq zeichnete sich ab, dass die Basisversionen spürbare technische Zugeständnisse erfordern. Wer regelmäßige Autobahnetappen plant, muss diese Zwangspausen fest einkalkulieren.
Paketzwang bei den Ausstattungslinien Essence und Selection
Angeboten wird der Epiq 40 zum Marktstart in zwei festen Ausstattungslinien. Die Basis namens Essence startet bei 27.900 Euro. Zur Serienausstattung gehören LED-Hauptscheinwerfer, eine automatische Klimaanlage (Climatronic) sowie das zentrale 13-Zoll-Infotainmentdisplay. Auch beim Thema Sicherheit spart Skoda nicht an der Grundausrüstung. Ab Werk sind ein Frontradarassistent, der Spurhalteassistent sowie ein Spurwechsel- und Ausparkassistent inklusive Ausstiegswarner und Kreuzungsassistent an Bord. Ergänzt wird das Paket durch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und die digitalen Dienste Škoda Care Connect.
Wer mehr Komfort wünscht, greift zum Epiq Selection 40, muss dafür jedoch mindestens 31.400 Euro auf den Tisch legen. Der Aufpreis von 3.500 Euro ist drastisch, schaltet aber zwei umfangreiche Pakete frei. Das integrierte Technik-Paket bringt eine Phonebox mit induktiver Ladefunktion, Parksensoren vorne und hinten, eine Rückfahrkamera, das schlüssellose Zugangs-System KESSY sowie die Hardware für bidirektionales Laden mit.
Zusätzlich enthält die Selection-Linie das Komfort-Paket. Hierunter fallen ein beheizbares Lenkrad, beheizbare Vordersitze, eine 2-Zonen-Climatronic sowie dunkel getönte Heck- und Seitenscheiben. Auch optisch legt diese Variante mit 18-Zoll-Leichtmetallfelgen Plover in Schwarz und dem Innenraum-Design Loft Grau mit dunklen Akzenten nach. Die Abgrenzung ist harschen Kriterien unterworfen: Wer essenzielle Features wie eine Rückfahrkamera oder Sitzheizung haben möchte, wird direkt in die teurere Selection-Ausstattung getrieben.
Oktober-Termin für den 25.900-Euro-Einstieg und Modellpolitik
Die von vielen Interessenten erwartete günstigste Ausführung namens Skoda Epiq 35 lässt weiter auf sich warten. Skoda kündigt den Bestellstart dieser Basisversion für Oktober 2026 auf dem deutschen Markt an. Erst dann wird die magische Schwelle von 25.900 Euro erreicht. Am oberen Ende des Portfolios verbleibt der Skoda Epiq 55 mit 155 kW (211 PS) Leistung, der weiterhin in den Linien Essence, Selection und als voll gepackte First Edition bestellbar ist.
Angesichts der Tatsache, dass über 35.000 Vorbestellungen die Lieferzeiten des Skoda Epiq spürbar verlängern, folgt Skoda einem bewährten Muster der Automobilbranche. Zuerst werden die teureren Varianten mit höherer Marge abgeschöpft, bevor das Volumenmodell für Sparfüchse freigegeben wird. Das ist betriebswirtschaftlich verständlich, nervt wartende Kunden aber gewaltig.
Skoda stellt zugleich klar, dass es unterhalb des Epiq kein noch günstigeres Elektroauto geben wird. Ein tschechisches Derivat eines potenziellen VW ID. Up für unter 20.000 Euro bleibt ausgeschlossen. Dieses Segment überlässt die Marke komplett der Muttermarke Volkswagen. Selbst Überlegungen zu einem elektrischen Hatchback befinden sich im Frühstadium und zielen frühestens auf die 2030er Jahre ab. Der Epiq bildet damit auf absehbare Zeit die absolute Untergrenze des elektrischen Portfolios der Marke.
Aufpreisfallen im Konfigurator und das Premium-Paket
Zusammen mit dem Epiq 40 spendiert Skoda dem gesamten Modellprogramm neue Ausstattungsoptionen. Eine stromsparende Wärmepumpe lässt sich ab sofort für sämtliche Versionen nachordern – ein Feature, das gerade im Winter bei den kleinen LFP-Akkus zur Pflichtoption werden sollte. Für die Selection-Modelle bietet der Hersteller zudem elektrisch einstellbare Vordersitze an.
Kritisch zu bewerten ist die Zusammenstellung des neuen Pakets Premium, das für 890 Euro Aufpreis im Konfigurator steht. Es ist für die Modellvarianten Selection 40, Selection 55 und die First Edition buchbar. Das Paket schnürt essenzielle und luxuriöse Extras zusammen: einen 25-Liter-Frunk im Motorraum für das Ladekabel, eine 360-Grad-Umgebungskamera, ein Canton-Soundsystem mit zehn Lautsprechern sowie den intelligenten Parkassistenten.
Einen praktischen Frunk unter der Fronthaube nur über ein 890 Euro teures Zubehörpaket mit Soundsystem und 360-Grad-Kamera anzubieten, grenzt an Zubehör-Zwang. Wer einfach nur sein Ladekabel sauber im Vorderwagen verstauen möchte, wird zur Kasse gebeten. Skoda zeigt beim Epiq einerseits ein solides Elektro-Gesamtpaket auf der MEB-Entry-Plattform, nutzt die Konfigurationen andererseits jedoch knallhart aus, um den tatsächlichen Verkaufspreis weit über die beworbenen Einstiegspreise zu treiben.
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