Sony Xperia 10 bekommt Android 17 doch die besten Features fehlen

Sony macht beim Software-Rollout überraschend Tempo und verteilt ab sofort Android 17 an das Xperia 10 VII und das Xperia 10 VIII. Eigentlich ein Grund zur Freude für alle Mittelklasse-Besitzer – hätte Sony bei der Funktionsliste nicht ganz tief in die Trickkiste gegriffen.
Wer nämlich gehofft hatte, dass Sony das volle Paket des aktuellen Google-Betriebssystems auf die erschwinglicheren Modelle loslässt, schaut ziemlich in die Röhre. Ausgerechnet die drei Funktionen, die das Upgrade eigentlich erst richtig spannend machen, glänzen auf den beiden Mittelklasse-Geräten durch schlichte Abwesenheit.
Warum Sony die besten Android 17 Neuerungen nur für 1.500 Euro hergibt
Sony streicht beim Xperia 10 VII und Xperia 10 VIII unter Android 17 exakt drei zentrale Funktionen: den neuen Desktop-Modus für externe Bildschirme, den drahtlosen AirDrop-Datenaustausch via Quick Share sowie den überarbeiteten KI-Kameraassistenten mit eigenen Looks. Diese Kernbestandteile bleiben komplett dem hauseigenen Flaggschiff Xperia 1 VIII vorbehalten.
Sony teilt die eigene Kundschaft hier schlicht in zwei Klassen ein – und das lässt sich kaum noch schönreden. Wer das Smartphone per USB-C an einen Monitor klemmen möchte, um in einer vollwertigen Desktop-Umgebung mit Fenstern zu arbeiten, bleibt draußen. Dasselbe Spiel bei der neuen Quick-Share-Brücke, die endlich den unkomplizierten Datenaustausch mit iPhones und Macs regelt. Ein richtig praktisches Alltags-Feature, für das Sony aber lieber die ganz große Kasse aufmacht.
Rechnet man die Preisspanne mal eben im Kopf durch, wird der Kontrast erst so richtig schräg: Das handliche Xperia 10 VII startete damals bei 449 Euro, während Sony für das Xperia 10 VIII rund 600 Euro aufgerufen hat. Für das Spitzenmodell Xperia 1 VIII werden hingegen glatte 1.499 Euro fällig. Wer also die drei Top-Neuerungen nutzen will, soll effektiv einen Aufpreis von 899 bis 1.050 Euro auf den Tisch legen – das ist mehr als das Zweieinhalb- bis Dreifache des gesamten Smartphone-Preises! Wie schwer sich die Japaner schon beim Verkaufsstart mit einer fairen Preisgestaltung taten, zeigte sich bereits bei meiner Abrechnung mit dem Xperia 10 VIII für 600 Euro.
Bitterer Nachgeschmack durch den Wortbruch beim Xperia 10 VI
Dass Sony bei den Funktionen spart, wiegt umso schwerer, weil der Hersteller erst vor drei Wochen für handfesten Ärger in der Community gesorgt hat. Eigentlich sollte auch das ältere Xperia 10 VI das Update auf Android 17 erhalten. Dieser Plan wurde von Sony jedoch mir nichts, dir nichts beerdigt.
Als Begründung schob das Unternehmen technische Restriktionen und einen angeblich zu begrenzten Gerätespeicher vor. Das Problem dabei: Beim Verkaufsstart des Smartphones versprach Sony noch ganz offiziell drei große Android-Upgrades. Nach dem Start mit Android 14 und den Aktualisierungen auf Version 15 und 16 ist nun aber vorzeitig Feierabend.
Rechnerisch bedeutet das: Ein ganzes Drittel (33 Prozent) des fest zugesagten Update-Zeitraums hat Sony einfach einkassiert. Daran ändert auch der Hinweis nichts, dass Sicherheits-Patches immerhin noch vier Jahre weiterlaufen sollen. Dass der Konzern generell auf der Bremse steht, wenn es um langfristige Software-Pflege geht, hatte ich bereits beleuchtet, als feststand, dass Sony Android 17 nur für fünf Xperia-Modelle bereitstellt.
Was Android 17 auf dem Xperia 10 in der Praxis wirklich bringt
Auf dem Sony Xperia 10 VII und Xperia 10 VIII bringt Android 17 vor allem optische Auffrischungen bei den Schnelleinstellungen, freiere Anpassungen für Symbole und Uhren-Layouts sowie eine optimierte Bildschirmaufnahme. Diese kann nun endlich den internen Smartphone-Ton und das Mikrofon parallel aufzeichnen.
Für schnelle Spiele-Clips oder kurze Video-Anleitungen ist diese Doppel-Aufnahme im Alltag tatsächlich ein echter Gewinn. Auch die flexiblere Gestaltung des Startbildschirms lässt die Software etwas moderner wirken. Schaut man sich aber Sonys offizielles Änderungsprotokoll mit seinen sechs großen Hauptpunkten an, landen auf der Mittelklasse am Ende exakt drei von sechs Funktionen. Die tatsächliche Feature-Ausbeute liegt für Xperia-10-Besitzer also bei mageren 50 Prozent.
Dass Sony ausgerechnet bei der Software so knausrig agiert, ist schade. Als ich damals das Xperia 10 VII mit seinem handlichen Gehäuse vorgestellt hatte, war die Hoffnung groß, dass die Japaner endlich den Anschluss an Samsung oder Google schaffen. Stattdessen fühlen sich Mittelklasse-Käufer veräppelt: Wer das echte Android 17 will, soll gefälligst vierstellige Flaggschiff-Preise zahlen.
Wie seht ihr das Ganze: Reichen euch neue Schnelleinstellungen und die Bildschirmaufnahme aus, oder ist die Streichung des Desktop-Modus für euch ein K.-o.-Kriterium?
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