VW Preis-Chaos: Warum der elektrische Polo aktuell den ID.3 aussticht

Wer sich gerade im Volkswagen-Konfigurator umschaut, dürfte kurz stutzig werden. Der elektrische Polo – aktuell als ID. Polo in der Life-Variante geführt – kratzt preislich so nah am ID.3 Neo, dass die Klasseneinteilung auf dem Papier kaum noch eine Rolle spielt. Mit 33.795 Euro trennen den Kleinwagen lediglich 200 Euro vom größeren Bruder in der Trend-Ausführung. Das wirkt im ersten Moment wie ein strategischer Fehler, entpuppt sich beim Blick auf die Datenblätter aber als handfester Nachteil für den eigentlichen Golf-Erben.
Während man beim ID.3 Neo für knapp 34.000 Euro das absolute Basismodell erhält, liefert der Polo für fast denselben Preis das technisch rundere Paket. Dank der MEB+-Plattform nutzt der Kleine seinen Raum effizienter aus, bietet einen größeren Kofferraum und steht auch beim Interieur wertiger da. Dass ein Fahrzeug aus dem B-Segment im Innenraum weniger nach Plastikwüste aussieht als das Kompaktmodell darüber, ist eine bittere Pille für ID.3-Interessenten. Hinzu kommt der handfeste Reichweitenvorteil: 454 Kilometer im Polo schlagen die 417 Kilometer des Einstiegs-ID.3 deutlich.
Die aktuelle Preisparität rückt den Polo in ein Licht, das er eigentlich gar nicht verdient hat – denn über 30.000 Euro für einen Kleinwagen bleiben eine Ansage, die viele Käufer abschrecken wird. Dennoch bekommt man hier aktuell das bessere Elektroauto. Der Polo beschleunigt flotter und bietet trotz geringerer Außenmaße kaum weniger Platz für die Insassen. Der ID.3 Neo wirkt daneben wie ein künstlich beschnittenes Lockangebot, das bei Akku und Ausstattung zu viele Federn lassen musste, um den Preispunkt zu halten.
Entspannung für das Budget verspricht erst der kommende ID. Polo Trend. Mit einem anvisierten Einstiegspreis von rund 25.000 Euro wird der Abstand zum ID.3 endlich wieder logisch. Allerdings erkaufen sich Kunden diesen Rabatt mit schmerzhaften Kompromissen. Ein schwächerer Motor und eine auf 300 Kilometer schrumpfende Reichweite machen aus dem aktuellen Technik-Geheimtipp dann ein reines Stadtauto. Bis dahin bleibt das Portfolio kurios: Wer heute das stimmigere Gesamtpaket sucht, greift zum kleineren Modell und lässt die vermeintlich höhere Fahrzeugklasse links liegen.
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