Xiaomi: Droht das Huawei-Schicksal?

Nun da auch Xiaomi auf einer Blacklist der USA stehen, fragen sich natürlich viele User, wie es mit dem chinesischen Hersteller weitergehen wird? Wird alles wieder gut oder droht ein zweites Huawei?

In den letzten Tagen seiner Amtszeit hat es sich Donald Trump nicht nehmen lassen, noch einmal gegen chinesische Hersteller auszuteilen. Und so setzte er vergangene Woche mal eben auch Xiaomi auf eine schwarze Liste.

Dabei handelt es sich allerdings nicht um die Entity List, unter der Huawei massiv leidet. Doch auch bei Huawei fing alles so „harmlos“ an. Das lässt natürlich befürchten, dass auch Xiaomi irgendwann auf der Entity List der US-Regierung landen wird.

Das alles basiert natürlich mal wieder auf nicht bewiesenen Vorwürfen, wonach Xiaomi zum chinesischen Militär gehöre. Doch hinter vorgehaltener Hand wird vermutet, dass Xiaomi auf der Liste gelandet ist, weil es bereits mehr Smartphones verkauft als Apple.

Doch zurück dazu, wie es mit Xiaomi weitergehen könnte. Da hofft man natürlich auf den neuen US-Präsidenten Joe Biden. Wird dieser die Listung wieder rückgängig machen?

Davon ist wohl erstmal nicht so schnell auszugehen. Doch so lange keine härteren Maßnahmen ergriffen werden, könnte Xiaomi damit noch gut leben. Denn bisher heißt es nur, dass amerikanische Geldgeber und Investoren ihre Xiaomi-Anteile bis November 2021 verkaufen müssen.

Xiaomi hat also weiter Zugriff auf die Google-Dienste und Apps und auch auf die Flaggschiff-Prozessoren des amerikanischen Herstellers Qualcomm. Hier war ja Xiaomi sogar der erste Hersteller, der ein Smartphone mit dem neuen Snapdragon 888 vorgestellt hatte.

Wenn also alles gut geht, dann könnte Joe Biden irgendwann im Laufe der nächsten Monate Xiaomi wieder von der Blacklist nehmen. So hoffen es jedenfalls alle. Dennoch darf man sich nicht täuschen lassen, auch der neue US-Präsident wird natürlich versuchen, die amerikanische Wirtschaft wieder auf Vordermann zu bringen.

Denn da sind sich Demokraten und Republikaner einig, China hat in den vergangenen Jahren massiv von der amerikanischen Technik profitiert. Teilweise wurden da auch Patente ohne Zustimmung einfach genutzt usw.. Und das wird sich auch ein demokratischer Präsident Joe Biden nicht gefallen lassen.

Vermutlich wird er aber deutlich diplomatischer vorgehen als es noch Donald Trump getan hat. Also nicht wie ein Elefant im Porzellanladen, sondern wie ein echter Diplomat. Und bekanntlich macht ja der Ton die Musik.

Doch was ist, wenn auch die neue Regierung dann dennoch auch Xiaomi weiter genauer unter die Lupe nimmt und ebenfalls nach dem Huawei-Plan vorgehen wird? Sprich also auch Xiaomi auf die Entity List setzen wird, was für die Flaggschiff-Smartphone-Produktion dann auch faktisch das Aus bedeuten würde? Und auch den Verlust der Google-Dienste und -Apps?

Dies wäre dann wohl der letzte Schuss vor den Bug für die chinesischen Hersteller. Es wäre dann zu bezweifeln, dass man weiterhin auf amerikanische Soft- und Hardware in Form von Android und Qualcomm-Prozessoren vertrauen würde. Dies dürfte zur Folge haben, dass dann wohl wirklich aller chinesischen Hersteller sich von Android lossagen würden, was das faktische Aus für Android bedeuten würde. Denn dann hätte man mit Samsung nur noch ein Big-Player an Bord.

Doch die Milliarden, die Google dann alleine durch Lizenzen und Werbung entgehen würden würde dafür sorgen, dass Android wohl nicht mehr kostenlos sein könnte, was dann einen Teufelskreis bedeuten würde. Denn auch Samsung und die User wären wohl nicht bereit, weiter Geld für Android auszugeben.

Wie ihr seht, das ist ein ziemlich komplexes Ding. Doch da nun mit Xiaomi ein zweiter chinesischer Hersteller angezählt wurde, dürften in China die Alarmglocken noch lauter als sonst läuten.

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Von Jörn Schmidt

Android-Fan seit 2010, Outdoor- & Skandinavien-Fan, Kino-Freak und derzeitiger User eines OnePlus 8T mit Android 11

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