BMW i3 Touring: Nürburgring-Debüt deklassiert die SUV-Konkurrenz

schräge Frontansicht des noch getarnten BMW i3 Touring Erlkönig
Quelle: Autocar
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Endlich rollt der Wagen über den Asphalt, auf den viele Langstreckenfahrer seit Jahren warten: BMW jagt den kommenden i3 Touring im seriennahen Tarnkleid über die Nürburgring-Nordschleife.

Für mich ist das ein längst überfälliges Lebenszeichen gegen den allgegenwärtigen SUV-Einheitsbrei. Die Münchner beweisen mit diesem Erlkönig, dass sie den klassischen sportlichen Mittelklasse-Kombi nicht kampflos aufgeben, sondern kompromisslos auf Aerodynamik und Alltagswert trimmen.

Flache Reiselimousine statt SUV-Schrankwand

Vorne übernimmt der Kombi das Gesicht der i3 Limousine mit breiten, horizontalen Nieren und integrierten Scheinwerfern. Entscheidend ist aber die Silhouette: Das Dach zieht sich erfreulich flach und gerade nach hinten durch, statt modischen Fließheck-Trends zu opfern.

Das bringt handfeste Vorteile beim Laden und im Windkanal. Während hochbeinige Elektro-SUVs Unmengen an Energie verpulvern, schneidet dieser flache Touring effizient durch den Gegenwind.

Einen bitteren Wermutstropfen müssen langjährige Fans dennoch verdauen: Der Entfall der separat öffnenden Heckscheibe ist beschlossene Sache. Ein Traditions-Feature fällt dem Rotstift zum Opfer – in meinen Augen ein echter Komfortverlust beim schnellen Beladen im Alltag.

400 kW Ladeleistung gegen das Reichweiten-Drama

Unter dem Blech nutzt der Touring die neue Antriebsgeneration aus dem i3 50 xDrive. Zwei E-Motoren schieben mit satten 469 PS (345 kW) und 645 Nm Drehmoment über alle vier Räder an, gespeist von einem riesigen 108,7-kWh-Akkupaket.

Weil die Limousine bereits rund 906 Kilometer (563 Meilen) nach WLTP anpeilt, untermauern die durchgesickerten Zahlen zum neuen Elektro-Kombi das Potenzial zum echten Kilometerfresser. Die eigentliche Ansage ist jedoch das 800-Volt-System: Mit bis zu 400 kW Gleichstrom saugt sich der Akku an der Ladesäule voll. Aus der Zwangspause wird ein kurzer Boxenstopp.

Neben dem Allradler sind leichtere Heckantriebs-Varianten für die Flotte fest eingeplant. Als zentraler Baustein der Modelloffensive auf Basis der Neuen Klasse zeigt der Touring, wie ein E-Auto für Vielfahrer aussehen muss – vorausgesetzt, das Fahrwerk liefert die versprochene BMW-Präzision.

Geduldsprobe bis 2027 und gesalzene Preise

Der Haken an diesem Auftritt ist der Kalender. Wer gehofft hat, den bayerischen Transporter zeitnah vor der Tür stehen zu haben, braucht Sitzfleisch: Weltpremiere und Produktionsstart im Werk München sind erst für die zweite Jahreshälfte 2027 angesetzt. Bis die ersten Kundenautos rollen, vergeht wertvolle Zeit.

Auch beim Blick auf die Preisliste dürfte so mancher Fuhrparkleiter schlucken. Bereits das reguläre Standardmodell des BMW i3 bei 65.900 Euro setzt eine hohe Hürde, während die First Edition bei 75.340 Euro liegt – der Touring wird erfahrungsgemäß noch etwas teurer.

In den USA droht dem Kombi das Aus, weil dort fast nur noch SUVs gefragt sind. In Europa hingegen wird der i3 Touring zum schärfsten Widersacher für den Audi A6 e-tron Avant und den VW ID.7 Tourer.

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