Galaxy Watch Ultra 2: Absurder Software-Bug streicht VO2-Max

Wer ein Sport-Wearable mit dem Namenszusatz „Ultra“ kauft, erwartet bedingungslose Präzision bei der Trainingsanalyse. Bei Samsungs aktuellem Spitzenmodell scheitert der Profi-Anspruch jedoch an einer simplen Tartanbahn. Ausgerechnet im dedizierten Modus für das Bahntraining verweigert die Smartwatch die Berechnung des VO2-Max-Wertes reproduzierbar.
Reguläre Straßen- und Waldläufe erfasst das Wearable ohne Murren. Sobald Athleten jedoch auf die genormte 400-Meter-Runde wechseln, schlägt die Auswertung der maximalen Sauerstoffaufnahme fehl. Für Sportler, die ihre aerobe Leistungsfähigkeit über harte Intervallserien steuern wollen, reißt der Fehler eine empfindliche Lücke in die Leistungsdiagnostik.
Auslöser der Debatte ist ein offizieller Eintrag im südkoreanischen Community-Forum von Samsung. Ein Nutzer berichtete, dass seine neue Galaxy Watch Ultra 2 nach zwei Bahneinheiten keinerlei Cardio-Fitness anzeigte. Die Fehlermeldung der Systemsoftware sorgt dabei für ungläubiges Kopfschütteln: Die Uhr verweigerte das Ergebnis mit dem Hinweis, der Lauf habe nicht mindestens 10 Minuten bei mindestens 4 km/h mit stabilem GPS-Signal umfasst. In der Realität erfüllte das Training genau diese Parameter mühelos.
GPS-Track, Rundenzeiten, Schrittfrequenz und Pulsverlauf speicherte die Smartwatch lückenlos ab. Einzig der Algorithmus zur Cardio-Ermittlung verweigerte den Dienst. Dass der Fehler isoliert beim Profil „Bahnlaufen“ auftritt, während freies Laufen funktioniert, entlarvt eine fehlerhafte Filterlogik in Samsung Health. Zwar hatte Samsung die Plattform Samsung Health für Sportler umgebaut und neue Belastungsindikatoren eingeführt, doch die Runden- und Kurvenglättung setzt die VO2-Max-Formel im Bahnlauf-Profil außer Kraft.
Bitterer Rückschritt: 2024er-Vorgänger meisterte den Bahnlauf fehlerfrei
Für ambitionierte Läufer ist dieser Software-Bug ein handfester Bremsklotz. Intervalltraining auf der Rundbahn bildet das Fundament jeder zielgerichteten Wettkampfvorbereitung. Wird ausgerechnet die intensivste Einheit der Trainingswoche aus der Berechnung gestrichen, verfälscht das die langfristigen Formkurven und Erholungsanalysen in der App.
Zwar hat Samsung mit neuen Varianten die Galaxy Watch Ultra 2 alltagstauglicher aufgestellt, doch bei den Basisfunktionen für Läufer darf sich ein Premium-Modell keine Aussetzer erlauben. Besonders peinlich wird der Vorfall durch den direkten Generationsvergleich.
Derselbe Nutzer absolvierte exakt dieselben Trainingseinheiten zuvor mit dem direkten Vorgängermodell aus dem Jahr 2024. Auf der älteren Generation berechnete die Uhr die maximale Sauerstoffaufnahme auf der 400-Meter-Bahn stets zuverlässig. Damals positionierte Samsung die erste Generation der Samsung Galaxy Watch Ultra mit Dual-Frequenz-GPS als vollwertige Sportler-Alternative zu Garmin. Dass die Nachfolge-Generation eine bewährte Messroutine plötzlich verlernt, zeugt von mangelhafter Qualitätskontrolle bei internen Software-Builds. Selbst die High-End-Ausstattung der Galaxy Watch Ultra 2 verpufft, wenn elementare Algorithmen im Trainingsalltag streiken.
Samsung bestätigt den Bug – doch die Update-Historie mahnt zur Geduld
Immerhin steht fest: Ein Hardware-Defekt der Sensoren liegt nicht vor. Ein Moderator im koreanischen Samsung-Forum bestätigte das Problem inzwischen offiziell. Die zuständigen Entwickler konnten den Fehler reproduzieren und arbeiten an einem Firmware-Patch. Einen konkreten Zeitplan für das rettende Software-Update nannte das Unternehmen allerdings nicht.
Genau dieses Schweigen beim Release-Termin schürt in der Community berechtigte Skepsis. Ein früherer Fehler bei den Together-Herausforderungen in Samsung Health benötigte stolze 14 Wochen bis zum finalen Bugfix. Wer mehrfach wöchentlich auf der Tartanbahn trainiert, will nicht monatelang auf ein elementares Tracking-Feature warten.
Bis zum Rollout des Updates bleibt Betroffenen nur eine unbefriedigende Notlösung: das Bahntraining als normales Straßenlauftraining aufzuzeichnen. Damit geht jedoch die intelligente Spurenkorrektur auf der 400-Meter-Runde verloren. Für eine Smartwatch der absoluten Spitzenklasse ist dieser Zustand ein schwaches Bild.
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