MG Go: SAIC hebelt EU-Strafzölle mit Spanien-Werk eiskalt aus

Da wollte die Europäische Union chinesische Stromer mit satten Strafzöllen ausbremsen – und SAIC lacht sich ins Fäustchen: Der chinesische Autoriese bringt seinen neuen Elektro-Kleinwagen MG Go ab September 2027 nach Europa und verlegt die Endmontage ab Ende 2028 direkt ins spanische Ferrol. Wie das britische Fachmagazin Autocar exklusiv enthüllt, rollt der rund vier Meter lange Fünftürer mit Frontantrieb und LFP-Akku zum Kampfpreis von rund 20.000 Pfund (knapp 24.000 Euro) auf die Straße.
Für mich ist das der bislang schärfste Konter gegen die Brüsseler Zollpolitik: Statt sich von Sonderabgaben abwürgen zu lassen, baut MG mitten in der EU eine pragmatische Baukasten-Festung auf – und setzt Wolfsburg und Paris unverfroren unter Zugzwang.
Technische Daten & Preis: Frontantrieb und 43-kWh-LFP-Akku
MG verabschiedet sich beim Go vom teuren Heckantrieb des regulären MG4 und setzt auf radikale Kostendisziplin. Die Serienversion übernimmt das Design des im Juli 2024 beim Goodwood Festival of Speed gezeigten Concept Cars aus dem Londoner Marken-Studio und streift den bisherigen Arbeitstitel MG2 endgültig ab. Als technische Basis dient die hauseigene E+-Architektur, die bereits beim günstigen MG4 EV Urban mit Frontantrieb für schmale Produktionskosten sorgt.
| Kennwert | MG Go (Serienmodell) | Renault 5 E-Tech (Basis) |
| Antrieb | Frontantrieb (E+-Plattform) | Frontantrieb (AmpR Small) |
| Leistung | 110 kW (149 PS) | 70 bis 110 kW (95 bis 150 PS) |
| Batterie | 43 kWh LFP (Lithium-Eisenphosphat) | 40 bis 52 kWh NMC |
| Fahrzeuglänge | ca. 4,00 Meter (B-Segment) | 3,92 Meter |
| Startpreis | ca. 24.000 Euro (~20.000 £) | ab 24.900 Euro |
| Marktstart | September 2027 (Werk: Ende 2028) | Bereits im Markt |
Ich halte dieses technische Setup für absolut alltagstauglich: Ein 43 kWh LFP-Speicher spart im Vergleich zu teuren NMC-Zellen bares Geld, verzichtet auf Kobalt und reicht im urbanen Pendelverkehr locker aus. Dass die Chinesen im Kleinwagensegment keinen Millimeter nachgeben, belegt bereits der Geely E2 im ersten Test. MG platziert den Go exakt dort, wo der Renault 5 mit LFP-Zellen und europäische Traditionsmodelle das Feld bislang kampflos beherrschten.
Das Ferrol-Manöver: CKD-Baukasten hebelt 35 Prozent Zoll aus
Der eigentliche Hebel liegt nicht im Motorraum, sondern im galicischen Ferrol. Auf einem 100.000 Quadratmeter großen Areal investiert SAIC rund 200 Millionen Euro in sein erstes europäisches Werk. Der Spatenstich erfolgt 2027, die Produktion startet Ende 2028. Die Jahreskapazität beginnt bei 70.000 Fahrzeugen und ist auf bis zu 120.000 Einheiten skalierbar. Von den 2.000 neuen Arbeitsplätzen entstehen 1.000 direkt am Band.
Dass dieser Schritt pure Notwehr ist, liegt auf der Hand: Die EU verhängte gegen SAIC drastische Ausgleichszölle von über 35 Prozent plus zehn Prozent Regelzoll. Wie existenzbedrohend diese Hürde war, zeigte sich, als das neue MG-Werk in Spanien den billigen MG2 retten musste. Wer in Ferrol jedoch eine vollintegrierte Autofabrik vermutet, irrt gewaltig:
- Reine CKD-Montage (Completely Knocked Down): Sämtliche Komponenten – vom Akkublock bis zu den Karosserieteilen – treffen vorgefertigt per Schiff über den Tiefseehafen Ferrol ein.
- Keine Fertigungstiefe: Weder Presswerk noch Rohbau oder eine eigene Lackiererei belasten das Investitionsbudget von SAIC.
- Geopolitische Brisanz: Da das Werk nur rund fünf Kilometer von einem spanischen Marinestützpunkt entfernt liegt, schlugen Madrids Sicherheitsbehörden wegen Spionagebedenken Alarm – das Verteidigungsministerium winkte das Vorhaben für Jobs und Fördergelder trotzdem durch.
Formal reicht dieser CKD-Kniff aus, um den MG Go als europäisches Fabrikat einzustufen und die EU-Zollschranke legal zu unterwandern.
Preis schlägt Herkunft: Wolfsburg und Paris im Zugzwang
Die europäische Handelspolitik steht vor einem Scherbenhaufen. Während Hersteller wie Volkswagen die Preise für Neuentwicklungen wie den elektrischen VW ID. Polo anziehen und ihre Einstiegsstromer zeitlich strecken, schaffen chinesische Konzerne Tatsachen.
Chery fertigt in Barcelona, Leapmotor baut bei Stellantis in Saragossa, Geely dockt in Valencia an – und SAIC sichert sich Ferrol. Während BYD im ungarischen Szeged dem Zeitplan hinterherhinkt, will MG ab September 2027 über den Händler-Import Tatsachen schaffen, bevor Ende 2028 die spanische Montagehalle übernimmt.
Für mich steht fest: Dem Kunden an der Schnellladesäule ist es herzlich egal, in welchem Hafen die Bleche entladen wurden – am Ende entscheidet das Preisschild im Schaufenster. Glaubt ihr, dass Brüssel diese CKD-Montagen über neue Wertschöpfungs-Quoten noch stoppen kann, oder ist der Zug für bezahlbare europäische E-Kleinwagen längst abgefahren?
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Die EU und die europäische Autoindustrie machen sich lächerlich. Erst wollten sie China erobern, haben die Kunden in Europa vernachlässigt. Nun haben die Chinesen die besseren Angebote, deshalb versuchen die Europäer mit Protektionismus.
Immer auf den Schultern der europäischen Bevölkerung.