Pixel 11: Tensor G6 schlägt Apple nur aus dem Jahr 2023

Tensor G6-SoC des neuen Google Pixel 11
Quelle: Google
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Googles Marketing-Abteilung hätte diesen Moment gerne als Meilenstein zelebriert: Der neue Tensor G6 im Pixel 11 zieht in den ersten Benchmarks endlich an einem Prozessor aus Apples A-Serie vorbei. Wer allerdings den Taschenrechner anwirft und das Kleingedruckte liest, blickt auf ein echtes Debakel. Google überholt keineswegs moderne Konkurrenzchips, sondern gerade so den Apple A16 Bionic aus dem iPhone 15 – einem Smartphone, das im Herbst 2023 auf den Markt kam.

Dass Google beim Pixel 11 das 2nm-Upgrade gestrichen hat und bei TSMC weiterhin im 3nm-Verfahren fertigen lässt, rächt sich nun unbarmherzig. Während Apple und Qualcomm im Jahrestakt neue Leistungsdimensionen erschließen, hinkt Googles hauseigene Chip-Schmiede der Zeitlinie um volle drei Jahre hinterher.

Geekbench 6 im Härtetest: Die nackten Zahlen entlarven den Scheinsieg

Im Testparcours von Geekbench 6 offenbaren die Rohdaten die ganze Tragweite des Rückstands. Der Tensor G6 im Google Pixel 11 sichert sich 2.575 Punkte im Single-Core-Lauf und rettet sich im Multi-Core-Test auf 6.027 Punkte. Das drei Jahre alte iPhone 15 mit dem Apple A16 Bionic liefert 2.255 Punkte (Single-Core) und 5.977 Punkte (Multi-Core). Googles brandneues Silizium siegt im Mehrkernbetrieb also mit einem Witz-Vorsprung von gerade einmal 50 Zählern.

Smartphone / ChipSingle-Core (Geekbench 6)Multi-Core (Geekbench 6)Leistungsabstand zu Pixel 11
Pixel 11 (Tensor G6)2.5756.027Referenz
iPhone 15 (Apple A16 Bionic)2.2555.977-0,8 % (Multi)
iPhone 16 (Apple A18)2.8007.589+25,9 % (Multi)
Galaxy S26 Ultra (Snapdragon 8 Elite Gen 5)3.61911.010+82,7 % (Multi)
iPhone 18 Pro (Apple A20 Pro)4.60812.266+103,5 % (Multi)

Schon der Vergleich mit der regulären Vorjahresklasse tut weh: Das Basis-iPhone 16 deklassiert das Pixel 11 mit seinem Apple A18 bei 2.800 sowie 7.589 Punkten mühelos. Völlig vernichtend fällt der Blick auf die aktuelle Speerspitze aus. Das iPhone 18 Pro prescht mit dem Apple A20 Pro auf 4.608 Punkte im Single-Core und 12.266 Punkte im Multi-Core vor. Apple liefert im High-End-Segment schlicht mehr als die doppelte Rechenleistung ab.

Auch das direkte Android-Umfeld lässt Google im Staub stehen. Qualcomms Snapdragon 8 Elite Gen 5, der Topmodelle wie das Galaxy S26 Ultra oder das Find X9 Ultra antreibt, knackt spielend 3.619 Punkte im Einzelkern und 11.010 Punkte im Multikern-Test. Da der Tensor G6 gegenüber Snapdragon-Chips bei Hitze einbricht, droht dem Pixel unter Dauerlast ein noch drastischerer Leistungsabfall.

Flaggschiff-Preise bei Mittelklasse-Silizium: Die Geduld der Community kippt

In Foren wie Reddit wächst der Frust spürbar. Immer mehr Pixel-Nutzer fordern ein sofortiges Ende des Tensor-Experiments und wünschen sich eine Rückkehr zu Snapdragon-Prozessoren. Viele Besitzer verweisen zudem auf die bittere Akku-Erfahrung: Selbst der um 200 mAh vergrößerte Akku im Pixel 10 Pro XL konnte die schwache Effizienz des Chipsatzes nicht abfedern.

Das eigentliche Kernproblem liegt in Googles Kassenpolitik. Wer die Preise und RAM-Pläne der Pixel-11-Reihe studiert, reibt sich verwundert die Augen. Google ruft für seine Flaggschiffe selbstbewusst rund 1.000 Dollar auf und verlangt damit exakt dasselbe Geld wie Apple oder Samsung für ihre Spitzenmodelle.

Im normalen Alltagsbetrieb – beim Navigieren durch Android, beim Multitasking oder bei der Schnappschuss-Verarbeitung – gleicht Googles exzellente Software-Optimierung vieles aus. Doch sobald 4K-Videorendering, forderndes 3D-Gaming oder komplexe lokale KI-Modelle ins Spiel kommen, geht dem Tensor G6 schlicht die Puste aus. Wer einen vierstelligen Betrag auf den Tresen legt, darf Hardware auf Augenhöhe mit 2026er-Standards erwarten und keinen aufgewärmten Stand von 2023.

Googles Tensor-Dilemma fordert eine Grundsatzentscheidung

Google manövriert sich mit dem Tensor G6 in eine strategische Sackgasse. Eigene Halbleiter machen nur dann Sinn, wenn sie entweder einen echten Technologie-Vorteil bieten oder dem Kunden einen massiven Preisvorteil verschaffen.

Solange Google beides schuldig bleibt, verliert das Pixel-Ökosystem bei anspruchsvollen Nutzern an Glaubwürdigkeit. Entweder korrigiert Mountain View die Verkaufspreise spürbar nach unten oder Google muss den eigenen Chip-Entwicklern endlich die Ressourcen bereitstellen, um technologisch nicht länger hinterherzulaufen.

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