Tesla: Elon Musk gibt 366 Millionen gegen E-Autos aus

KI-generierte Darstellung Elon Musk
KI-Grafik: Schmidtis Blog
Verpasse keine News, folge mir auf WhatsApp, Mastodon oder Google News

Wenn der Chef des weltweit bekanntesten Elektroautobauers Hunderte Millionen Dollar in Politiker investiert, die Elektroautos aktiv bekämpfen, ist das kein schräger Spleen mehr. Es ist geschäftlicher Wahnsinn. Die frischen Daten der US-Bundeswahlkommission FEC zeigen schwarz auf weiß, dass Elon Musk zum größten Einzelsponsoren der US-Midterms 2026 aufgestiegen ist – und sein Geld gezielt an Kräfte geht, die Förderungen streichen, Ladeparks ausbremsen und der E-Mobilität den Stecker ziehen wollen.

Die Dimensionen sprengen jeden bisherigen Rahmen. Exakt 366 Millionen Dollar flossen im laufenden Wahlzyklus aus Musks Taschen an republikanische Kampagnen. Satte 276 Millionen Dollar davon überwies er allein in den vergangenen drei Monaten seit Juli. Zum Vergleich: Bei der Präsidentschaftswahl 2024 waren es 288 Millionen Dollar. Insgesamt hat Musk mittlerweile über eine halbe Milliarde Dollar in Kampagnen gesteckt, deren politisches Hauptziel die Demontage der Energiewende ist.

Früher hielt sich Tesla strikt an eine unpolitische Linie. Das Unternehmen argumentierte mit CO2-Einsparungen, Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und überlegener Technik. Parteipolitische Grabenkämpfe mied man bewusst, um keine Käufer zu verprellen. Seit 2024 wirft Musk diese Grundregel komplett über Bord. Er stellt sich demonstrativ hinter die Republikaner und wiederholt deren Positionen ungefiltert, selbst wenn diese seinem eigenen Autokonzern das Wasser abgraben.

Der eigene Vorstand fleht vergeblich um Mäßigung

Das Vorgehen spaltet den Konzern bis in die Führungsetage. Der Tesla-Verwaltungsrat forderte Musk hinter verschlossenen Türen unmissverständlich auf, die politische Einmischung zu beenden. Die Reaktion des CEOs? Er drehte die Spendenhähne noch weiter auf. In offiziellen Berichten an die US-Börsenaufsicht SEC musste Tesla bereits mehrfach einräumen, dass Musks politisches Auftreten dem Autobauer Verluste in Milliardenhöhe eingebrockt hat. Zwar meldete der Hersteller zuletzt, dass die Q3-Auslieferungen bei Tesla auf dem Papier noch Rekordwerte erreichten, doch unter der Oberfläche brennt es lichterloh. Wie ernst die finanzielle Lage wirklich ist, machten bereits im Sommer Teslas Quartalszahlen und der schrumpfende Cashflow unübersehbar deutlich.

Wie absurd die politischen Ausflüge geworden sind, belegt ein Vorfall aus der vergangenen Woche in Texas. Dort streute Musk das Gerücht, der demokratische Senatskandidat James Talarico sitze in einer psychiatrischen Anstalt in Ohio. Talarico stand zeitgleich kerngesund auf einer Wahlkampfbühne in Texas. Sein republikanischer Gegenspieler ist der umstrittene texanische Generalstaatsanwalt Ken Paxton – ein enger Verbündeter, der Musk bei behördlichen Hürden regelmäßig den Rücken freihält. Für persönliche Gefälligkeiten opfert Musk skrupellos die Glaubwürdigkeit seiner Firmen.

Einziges E-Auto-Fabrikat mit negativem Markenimage

Der Schaden für die Marke ist nicht mehr wegzudiskutieren. Marktforschungsdaten weisen Tesla als einzige Elektromarke der Welt aus, die ein durchweg negatives Netto-Image besitzt. Käufer, die einst stolz auf ihren Stromer waren, fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Die Quittung folgt weltweit: In Kanada, Australien, Dänemark und Deutschland brechen die Verkäufe ein. Auch in Brandenburg zeigt sich die Verunsicherung, wo der geplante Ausbau der Gigafactory in Grünheide wegen des Gegenwinds spürbar ins Stocken gerät. Wer Zehntausende Euro für ein Auto bezahlt, möchte kein rollendes Wahlplakat für reaktionäre Parteipolitik über den Asphalt steuern.

Aus dem profitabelsten Autobauer der Branche ist ein Konzern geworden, der um jeden Prozentpunkt Marge kämpfen muss. Die ständigen Preissenkungen kompensieren den weltweiten Käuferstreik kaum noch. In Europa versucht man derweil verzweifelt, mit technischen Notlösungen Boden gutzumachen, weshalb in Berlin aus FSD per Behörden-Deal ein Assisted Driving gestrickt wurde, um die behördliche Freigabe überhaupt noch abzusichern. Der Fokus auf das eigentliche Produkt ist längst verloren gegangen.

Ego-Kult auf Kosten von Kleinanlegern

Musks Motivation hat nichts mit Unternehmensstrategie zu tun. Dem reichsten Mann der Welt geht es schlicht um den eigenen Schutz. Die politische Nähe soll juristische Ermittlungen abfedern und lästige Kontrollen der Regulierungsbehörden aushebeln. Schon die Entscheidung, als Tesla die Ära von Model S und Model X endgültig beendete, markierte eine schleichende Abkehr vom ursprünglichen Pioniergeist. Anstelle solider Modellpflege regieren heute vage Robotaxi-Träumereien und millionenschwere Wahlkampfspenden.

Besonders perfide ist das für Millionen normale Sparer. Durch das enorme Börsengewicht steckt die Tesla-Aktie in unzähligen ETFs und privaten Altersvorsorge-Portfolios weltweit. Jeder Kurseinbruch, den Musk durch wirre Posts und politische Spendenorgien auslöst, vernichtet echtes Erspartes von Kleinanlegern. Der von Musk abhängige Vorstand nickt das Treiben brav ab, statt den CEO in die Schranken zu weisen.

Vor den US-Midterms im November steht ein bitteres Fazit fest: Die größte Bedrohung für den Durchbruch der Elektromobilität sitzt nicht in den Chefetagen der traditionellen Ölmultis. Sie sitzt ganz oben an der Spitze von Tesla. Wer Hunderte Millionen Dollar investiert, um die eigene Branche politisch zu schwächen, betreibt keine clevere Machtpolitik, sondern demontiert sein eigenes Lebenswerk.

Google bevorzugte Quelle Schmidtis Blog Schmidtis Blog zu Deiner bevorzugten Quelle bei Google hinzufügen

Links mit einem * sind Partner-Links. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert