Galaxy Tab S12: Samsungs Flaggschiff-Tablets erhältlich und werden teuer

Am 1. Oktober kündigte Samsung das Galaxy Tab S12+ und das Galaxy Tab S12 Ultra offiziell an, nun rollt der weltweite Verkauf in den USA, Großbritannien, Europa und Indien an. Wer gehofft hatte, dass die Preisschilder auf dem gewohnten Niveau der früheren Modellreihen verharren, wird beim Blick auf die Angebote im Handel schnell enttäuscht. Beide Premium-Tablets schlagen spürbar teurer zu Buche als die Vorjahresserie. In Deutschland verlangt der Konzern für das Einstiegsmodell des Galaxy Tab S12+ stolze 1.299 Euro, während das Topmodell Galaxy Tab S12 Ultra erst ab 1.539 Euro den Besitzer wechselt.
Globale Preise im Vergleich: Deutschland zahlt kräftig mit
Der weltweite Verkaufsstart betrifft neben dem europäischen Markt auch Nordamerika, Großbritannien und Indien. Ein Blick auf die internationalen Preisschilder offenbart deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen. Die Basiskonfigurationen verfügen in allen Märkten einheitlich über 12 GB RAM und 256 GB internen Speicher in der reinen Wi-Fi-Variante. In den USA führt der Hersteller das Galaxy Tab S12+ mit einem Listenpreis von 1.999,99 US-Dollar, während das Galaxy Tab S12 Ultra dort ab 1.399,99 US-Dollar angeboten wird. In Großbritannien verlangt der Konzern für beide Ausführungen in dieser Konfiguration jeweils 1.199 Britische Pfund.
Auf dem indischen Markt startet das Galaxy Tab S12+ bei 129.999 Indischen Rupien (umgerechnet etwa 1.343 US-Dollar), wohingegen für das Galaxy Tab S12 Ultra mindestens 149.999 Indische Rupien (1.550 US-Dollar) fällig werden. In Deutschland und weiteren EU-Ländern variieren die Tarife zwar leicht von Land zu Land, doch der Einstieg bleibt durchgehend im gehobenen vierstelligen Bereich. Schon im Zuge der ersten Präsentationen zeigten die technischen Daten des Galaxy Tab S12, dass die Sprünge bei der Ausstattung eher verhalten ausfallen. Die verlangten Verkaufspreise fallen vor diesem Hintergrund besonders auf.
Die RAMageddon-Falle: Warum der Arbeitsspeicher die Preise sprengt
Verantwortlich für die deutliche Preissteigerung gegenüber der Vorjahresserie sind keineswegs aufwendige Gehäuseänderungen oder exklusive Zusatzfunktionen. Die Ursache liegt vielmehr in den massiv gestiegenen Beschaffungskosten für Arbeitsspeicher-Bausteine auf dem Weltmarkt. In der gesamten Technologiebranche wird dieses Phänomen mittlerweile als RAMageddon bezeichnet. Die Zulieferer verlangen drastisch höhere Raten für LPDDR-Module, was die Herstellungskosten für Hardware-Hersteller spürbar nach oben treibt.
Diese Entwicklung betrifft längst nicht mehr nur einzelne Tablet-Serien. Auch bei anderen Herstellern und Smartphone-Kategorien sehen wir seit Monaten die direkten Folgen der steigenden Kosten pro Gigabyte Arbeitsspeicher, die unvermeidungslos an die Kundschaft weitergegeben werden. Da Samsung beim Galaxy Tab S12+ und beim Galaxy Tab S12 Ultra durchgehend auf mindestens 12 GB RAM setzt, schlägt die Teuerung der Halbleiter-Komponenten bei jedem einzelnen produzierten Gerät voll durch.
Speicheroptionen und 5G-Upgrades treiben die Rechnung weiter nach oben
Neben den jeweiligen Basismodellen stehen Kunden in den genannten Märkten weitere Konfigurationen zur Auswahl. Wer zusätzlichen Speicherplatz benötigt oder unterwegs auf eine Mobilfunkverbindung angewiesen ist, zahlt nochmals deutlich mehr. Beide Geräte lassen sich mit bis zu 512 GB Speicher aufrüsten und werden zusätzlich als 5G-Variante angeboten. Eine kleinere Arbeitsspeicher-Option gibt es hingegen nicht: Sämtliche Ausführungen der S12-Reihe sind ausnahmslos mit 12 GB RAM bestückt.
Wer sich also für ein Modell mit 512 GB Speicher und integriertem 5G-Modul entscheidet, legt nochmals einen beträchtlichen Aufpreis oben drauf. Die globale Verfügbarkeit umfasst zwar ein breites Angebot an Farb- und Speicheroptionen, doch günstige Einstiegsvarianten sucht man im aktuellen Portfolio vergebens. Samsung streicht Preisbereiche unterhalb der Tausend-Euro-Marke bei den Plus- und Ultra-Tablets damit komplett aus dem Programm.
Vorgängervergleich und Fazit: Viel Geld für evolutionäre Modellpflege
Der direkte Vergleich zum Vorgänger Galaxy Tab S11 verdeutlicht das Dilemma der neuen Generation. Zwar liefert Samsung gewohnt leistungsfähige Hardware und verlässliche Software-Unterstützung, doch bahnbrechende Innovationen bleiben aus. Display-Panels, Kamerasysteme und Ladetempos verharren auf einem bekannten Niveau, während die Verkaufspreise spürbar anziehen.
Dass Käufer nun spürbar mehr Geld für eine weitgehend vergleichbare Ausstattung aufwenden müssen, ist schlicht ärgerlich. Der Befund fällt nüchtern aus: Samsung gibt den Preisdruck der Halbleiterindustrie direkt an die Kundschaft weiter, bietet im Gegenzug aber wenig Anreize für Nutzer aktueller Vorjahresmodelle, jetzt umzusteigen.
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