Honor Win: 12.070 mAh Akku und Lüfter deklassieren Konkurrenz

Während sich Samsung, Google und Apple bei uns seit Jahren an trägen 5.000 Milliamperestunden festklammern und jedes zusätzliche Prozent Laufzeit als Großtat feiern, zieht Honor in China einen radikalen Schlussstrich. Die neue Win-Serie packt bis zu 12.070 mAh in ein Gehäuse von gerade einmal 8,5 Millimetern Dicke. Für mich ist das eine schallende Ohrfeige für alle Hersteller, die uns seit Jahren einreden wollen, größere Akkus würden zwingend klobige Ziegelsteine erfordern.
12.070 mAh im Alltag: Schluss mit der Akku-Bequemlichkeit
Die technische Grundlage bildet die fünfte Generation von Honors Silizium-Kohlenstoff-Akkus (Qinghai Lake) mit speziellem Nano-Kugelsilizium. Dass der Hersteller das Tempo bei der Energiedichte massiv anzieht, zeichnete sich bereits beim Honor Magic 9 mit aktiver Kühlung ab. Doch die Win-Reihe setzt dem Ganzen die Krone auf: Während das Flaggschiff Honor Win 2 auf 10.100 mAh kommt, stecken im Honor Win RT 2 und im Honor Win Turbo 2 jeweils die vollen 12.070 mAh.
In der Praxis bedeuten diese Zahlen einen echten Paradigmenwechsel. Honor beziffert die Ausdauer beim Win RT 2 auf über 22 Stunden Dauer-Gaming oder fast 62 Stunden mobile Navigation. Als vor Monaten erste Gerüchte über ein Honor-Smartphone mit 14.000 mAh Akku auftauchten, wurde das noch belächelt – jetzt steht die Technik im Laden. Das Gespann aus RT 2 und Turbo 2 lädt kabelgebunden mit 90 Watt, unterstützt 27 Watt kabelgebundenes Reverse Charging und schont den Akku beim Spielen per direktem Bypass-Laden. Das Win 2 packt sogar 100 Watt kabelgebunden sowie 80 Watt kabellos obendrauf.
Zwei Lüfter und 185 Hertz: Reine Dauerlast statt Benchmark-Prahlerei
Hohe Taktraten nützen im Alltag wenig, wenn der Prozessor nach zehn Minuten überhitzt und die Bildrate einbricht. Honor baut deshalb im Win 2 und Win RT 2 das Dongfeng Twin Star Turbine Kühlsystem ein: Zwei aktive Miniaturlüfter drücken 1,19 CFM Luftstrom durch das Gehäuse, angelehnt an die Strömungsmechanik von Kraftwerkskühltürmen. Das soll die Wärmeabfuhr um 150 Prozent steigern und dank gebogener Schaufeln um 9 dB leiser arbeiten. Wer es komplett geräuschlos mag, greift zum Win Turbo 2, das rein passiv gekühlt wird.
Beim Bildschirm lässt Honor ebenfalls nichts anbrennen. Alle drei Modelle besitzen ein flaches 6,89 Zoll großes 2K-OLED-Panel mit 3.104 x 1.440 Pixeln, blitzschnellen 185 Hz und einer Spitzenhelligkeit von extremen 10.000 Nits (Minimum: 1 Nit). Dahinter arbeitet der hauseigene WIN-Display-Chip mit augenschonendem 5.920 Hz PWM-Dimming, während der WIN-Touch-Controller Eingaben mit einer Abtastrate von 5.000 Hz und 800 Hz Gyroskop-Takt verarbeitet.
Klare Prioritäten: Rechenpower satt, aber Rotstift bei den Kameras
Unter der Haube staffelt Honor die Leistung präzise: Das Flaggschiff Honor Win 2 fährt den im 2-Nanometer-Verfahren gefertigten Qualcomm Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6 auf, der mit bis zu 5,01 GHz taktet und im AnTuTu über 5.702.964 Punkte stemmt. Im Honor Win RT 2 rechnet der reguläre Snapdragon 8 Elite, während das Honor Win Turbo 2 auf den Snapdragon 8s Gen 4 mit E2-Zusatzchip setzt. Alle drei Geräte bieten symmetrische Dual-1216-Lautsprecher, den C3-HF-Chip für stabiles Netz sowie Zertifizierungen nach IP68, IP69 und IP69K.
Wer allerdings Foto-Qualitäten auf dem Niveau eines Honor Magic 9 Pro Max erwartet, muss sich umgewöhnen. Um Platz für Akkus und Lüfter zu schaffen, verzichtet Honor komplett auf Periskop-Telekameras. Das Win 2 und RT 2 bieten zwar eine optisch stabilisierte 200-Megapixel-Hauptkamera und eine 50-Megapixel-Selfiekamera, kombinieren diese aber lediglich mit einer simplen 12-Megapixel-Ultraweitwinkellinse. Beim Win Turbo 2 arbeitet ein 50-Megapixel-Sensor von Sony als Hauptkamera.
Preislich startet das Honor Win Turbo 2 in China ab 3.199 Yuan (umgerechnet rund 420 Euro für 8 GB + 256 GB). Für das Honor Win RT 2 werden zwischen 4.199 Yuan (rund 486 Euro) und 5.199 Yuan (ca. 620 Euro) fällig, während das Flaggschiff Honor Win 2 zwischen 5.499 Yuan (ca. 760 Euro) und 7.999 Yuan (rund 1.100 Euro) liegt. Ob die Geräte regulär nach Europa kommen, ist noch offen. In meinen Augen beweist Honor damit aber eindrucksvoll: Wer Gaming und brachiale Laufzeit sucht, muss sich nicht länger mit winzigen Akkus abspeisen lassen.
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