Xpeng L03 gegen L05: Warum der Riese die bessere Wahl ist

Xpeng baut sein Angebot an bezahlbaren Elektroautos konsequent aus und schickt nach dem kompakten L03 direkt das größere Mittelklasse-SUV L05 hinterher. Das sportliche Coupé steht seit Oktober 2026 für 35.600 Euro bei den Händlern – Anfang 2027 folgt der 22 Zentimeter längere L05 für voraussichtlich rund 39.000 Euro.
Auf dem Papier klingt der kleine Bruder mit seiner geduckten Coupé-Linie erst einmal verlockend, doch im Alltag stolpert er über eine spürbare Schwachstelle: den knappen Kofferraum. Genau hier dreht der L05 den Spieß komplett um. Er nimmt nicht bloß dem eigenen Stallgefährten den Wind aus den Segeln, sondern zielt auch frontal auf Platzhirsche wie das Tesla Model Y.
Kofferraum-Abrechnung: Warum der L03 im Familien-Alltag schwächelt
Mit lediglich 367 Litern Kofferraumvolumen bleibt der Xpeng L03 hinter den Erwartungen an ein 4,65 Meter langes Schrägheck zurück, wohingegen der Xpeng L05 mit 702 Litern reinem Heckvolumen echte Oberklasse-Verhältnisse bietet. Wer regelmäßig mit Kinderwagen, Sporttaschen oder Urlaubsgepäck hantiert, stößt beim kompakten Crossover schlicht an praktische Grenzen.
Der stattliche Radstand von 2,85 Metern sorgt im L03 zwar für überraschend viel Beinfreiheit auf allen Plätzen, doch das schräg abfallende Coupé-Heck rächt sich beim Einladen bitter. Auch der vordere Kofferraum reißt das Ruder nicht herum: Mit 44 bis 89 Litern taugt der Frunk gerade einmal für Ladekabel und Kleinkram. Als ich mir vor Kurzem den Startpreis des Xpeng L03 notiert habe, gefiel mir die flache Optik richtig gut – für den Familienurlaub mit zwei Koffern wird es hinten aber schlicht zu eng.
Rechnet man den voraussichtlichen Aufpreis von rund 3.400 Euro mal eben durch, sieht die Sache plötzlich ganz anders aus. Für knapp 9,5 Prozent mehr Geld spendiert Xpeng dem L05 satte 335 Liter zusätzlichen Laderaum – ein Plus von 91 Prozent. Umgerechnet zahlt man also gerade einmal gut 10 Euro pro zusätzlichem Liter Ladevolumen. Klappt man die hinteren Lehnen um, wächst der Stauraum im 4,87 Meter langen L05 sogar auf bis zu 1.913 Liter an.

Gleicher Akku, gleiche Reichweite: Wie gut schlägt sich die 400-Volt-Basis?
Trotz spürbarem Mehrgewicht und einer höheren Stirnfläche erzielt der Xpeng L05 mit rund 521 Kilometern praktisch dieselbe WLTP-Reichweite wie der flachere Xpeng L03 mit 520 Kilometern. Beide Stromer greifen ins identische Regal und vertrauen auf kobaltfreie Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) mit 58,2 kWh oder 71,1 kWh.
Anstatt auf die kostspielige 800-Volt-Siliziumkarbid-Technik der teureren Brüder G6 und G9 zu setzen, nutzt Xpeng für beide Baureihen eine strikt kostenoptimierte 400-Volt-Plattform. Dass dieser Schritt auf Reisen kein Beinbruch ist, zeigte sich schon beim Lade-Check des Xpeng L03, wo die Ladeleistung an High-Power-Säulen trotzdem auf über 200 kW klettert.
Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent ist bei beiden Modellen in rund 23 bis 25 Minuten erledigt. Zieht man den großen 71,1-kWh-Akku heran, fließen während dieser Pause im Schnitt rund 125 kW Dauerleistung durchs Kabel. Bei einem normalen Autobahnverbrauch bedeutet dieser Kaffeestopp mal eben 260 bis 280 echte Kilometer frische Fahrt.
Dazu kommt eine clevere Alternative für alle, die regelmäßig lange Strecken abseits gut ausgebauter Schnelllader fahren: Xpeng bietet beide Autos als REEV-Variante an. Ein 1,5-Liter-Benziner mit 70 kW arbeitet als reiner Generator für einen 37,2-kWh-Akku und ermöglicht über 1.000 Kilometer Gesamtreichweite. Einen Unterschied gibt es beim Vortrieb dann aber doch: Der L03 riegelt bei 180 km/h elektronisch ab, der L05 darf auf der linken Spur bis 200 km/h rennen.
| Technische Daten | Xpeng L03 | Xpeng L05 |
| Fahrzeugklasse | Kompakt-Crossover (C-Segment) | Mittelklasse-SUV (D-Segment) |
| Abmessungen (L x B x H) | 4.650 x 1.920 x 1.600 mm | 4.870 x 1.930 x 1.640 mm |
| Radstand | 2.850 mm | 2.940 mm (+90 mm) |
| Kofferraumvolumen | 367 Liter (+44-89 l Frunk) | 702 bis 1.913 Liter |
| Akku-Optionen (LFP) | 58,2 kWh / 71,1 kWh | 58,2 kWh / 71,1 kWh |
| WLTP-Reichweite (Long Range) | ca. 520 km | ca. 521 km |
| Ladezeit (10-80 % SOC) | ca. 23-25 Minuten (Peak >200 kW) | ca. 23-25 Minuten (Peak >200 kW) |
| Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h | 200 km/h |
| Preis & Start (Deutschland) | Seit Okt. 2026 ab 35.600 Euro | Ab Q1/2027 erwartet ab ca. 39.000 Euro |
Cockpit und Assistenz: Setzt Xpeng das Tesla Model Y matt?
Im Innenraum verabschieden sich beide Fahrzeuge vollständig von klassischen Armaturenbrettern: Ein physisches Instrumentendisplay hinter dem Lenkrad gibt es schlicht nicht mehr. Sämtliche Fahrdaten wandern stattdessen auf ein riesiges Augmented-Reality-Head-up-Display, das im L03 auf 27 Zoll und im L05 auf 26,8 Zoll Projektionsfläche kommt.
Der L05 packt bei der Bildschirmgröße in der Mitte noch eine Schippe drauf: Der Touchscreen misst hier üppige 17,3 Zoll statt der rund 15,6 Zoll im L03. Dazu spendiert Xpeng den Mitfahrern auf der Rückbank ein eigenes Display für Klima und Entertainment. Als Rechenhirn arbeitet in beiden Autos der hauseigene Turing-KI-Prozessor, wobei im L05 mit VLA 2.0 eine neuere Softwarestufe Premiere feiert, die rein über Kamerabilder komplett ohne teures LiDAR navigiert.
Wie zielgenau dieser Angriff vorbereitet ist, zeigt mein Blick darauf, wie der Xpeng L05 direkt gegen Tesla positioniert wird. Ein vergleichbares Tesla Model Y kratzt hierzulande schnell an der 45.000-Euro-Marke und bietet rund 600 Liter Kofferraum. Wenn der L05 Anfang 2027 tatsächlich bei 39.000 Euro startet, spart man gegenüber dem US-Konkurrenten locker 6.000 Euro und bekommt obendrein 100 Liter mehr Stauraum.
Welches Modell lohnt sich: Kompaktes Coupé oder Riesen-SUV?
Der Xpeng L03 bleibt ein fahraktives, wendiges Auto für Singles, Paare oder Pendler, wohingegen der Xpeng L05 der eigentliche Preis-Leistungs-Sieger für Familien und alle Langstreckenfahrer ist.
Wer nicht zwingend auf jeden Zentimeter bei engen Innenstadt-Parklücken achten muss, sollte die wenigen Monate bis zum Frühjahr 2027 schlicht abwarten. Der Aufpreis von rund 3.400 Euro ist für das gewaltige Plus an Ladevolumen, den größeren Touchscreen und das etwas höhere Autobahntempo hervorragend angelegt. Wer hingegen ohnehin selten mit großem Gepäck reist, findet im agilen L03 schon heute ein stark ausgestattetes E-Auto. Wie sich die Karosserieabmessungen im Alltag schlagen, habe ich mir übrigens drüben bei den technischen Details zum Xpeng L05 noch einmal genau aufgeschrieben.
Würdet ihr eher zum flotten L03-Coupé greifen oder schlägt euer Herz am Ende für das riesige Raumangebot des L05?
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Du musst die chinesischen Angaben des Volumens miteinander vergleichen, da hat der l03 590l. ganz so riesig ist der Unterschied also nicht, was diesen Artikel etwas ad absurdum führt 😉 mal ehrlich, hast du wirklich geglaubt der Kofferraum ist doppelt so groß XD. Laut Aufdruck auf der Heckklappe ist er 10 cm länger, und die Höhe lässt sich etwas besser durch das andere heck nutzen. aber das war’s dann auch schon. von riesigem Trunk kann keine Rede sein.